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Memmingen

Memmingen ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, die mit ihrer Geschichte ein interessantes Pflaster für Ausflüge ist.

Memmingen picture alliance / DUMONT Bildarchiv | Thomas Roetting / Sylvia Pollex

Memmingen - das Tor zum Allgäu

Die kreisfreie Stadt Memmingen befindet sich in Schwaben, einem Regierungsbezirk in Bayern. Sie liegt in der Landschaft Oberschwaben und hat knapp 44.000 Einwohner. Im Westen grenzt sie an das benachbarte Bundesland Baden-Württemberg, während in den anderen Richtungen der Landkreis Unterallgäu zu finden ist. Memmingen gehört in Süddeutschland zu den am besten erhaltenen Städten und ist unter dem Beinamen Tor zum Allgäu bekannt, was mit der geographischen Nähe zum Allgäu zusammenhängt.

Memmingen als Mammingin

Die ersten Siedler waren bereits in der Römerzeit im Gebiet der heutigen Stadt Memmingen ansässig. Im 5. Jahrhundert wurde eine alemannische Siedlung gegründet. Der Namensgeber war ein Alemanne mit dem Namen Mammo. Im Jahr 1128 wurde in einer Schenkungsurkunde für das Kloster Ochstenhausen zum ersten Mal der Name Mammingin erwähnt. Das Marktrecht und das Wappen waren die treibenden Kräfte bei der erfolgreichen Mitgestaltung des Handels durch die Bürger Memmingens. Bereits im frühen 16. Jahrhundert entsandten Händler aus Memmingen die ersten Handelsschiffe nach Übersee. Aus sämtlichen Reichstagen waren Diplomaten vertreten, die aus der Memminger Bürgerschaft stammten. Die Memminger Künstler pflegten Kontakt zu bedeutenden Persönlichkeiten wie Gutenberg oder Dürer.

Bauernkrieg und Reformation als bedeutende Ereignisse in Memmingen

Diese Erfolge waren wegweisend für das Selbstbewusstsein der Memminger Bürger. Diese stellten sich im Bauernkrieg von 1525 auf die Seite der revolutionären Bauern, die Memmingen zu ihrem Versammlungsort wählten. Mit den 12 Bauernartikeln wurde hier die erste Menschenrechtserklärung auf europäischem Boden verfasst. Der Drang nach Selbstbestimmung spielte bei Bürgern und Bauern in diesem Zeitraum eine wichtige Rolle. Außerdem gelang der Stadt der Aufstieg zu einem der Zentren der Reformation neben Wittenberg, Zürich und Genf. Die evangelische Konfession setzte sich durch.

Memmingen in der Neuzeit und Gegenwart

Im 18. und 19. Jahrhundert folgten harte Jahre mit dem wirtschaftlichen Niedergang der Reichsstadt. 1803 wurde Memmingen Bayern zugesprochen. 1862 wurde die erste Bahnlinie der Stadt eröffnet. Ein weiteres einschneidendes Ereignis war die Sprengung des Mauergürtels an der Wende zum kommenden Jahrhundert. Nach einer Gebietsreform wurden ab 1972 diverse Nachbargemeinden nach Memmingen eingegliedert. Der Status einer kreisfreien Stadt ist erhalten geblieben.