Vater will mit Stiftung den Opfern helfenAlix (16) stirbt im Bar-Inferno von Crans-Montana: „Wir haben es gespürt“

Alix war eine lebensfrohe Schülerin, die immer ein Gespür für ihre Mitmenschen hatte. Jetzt kämpft ihre Familie dafür, dass ihr Name niemals vergessen wird.
Alix war eine lebensfrohe Schülerin, die immer ein Gespür für ihre Mitmenschen hatte. Jetzt kämpft ihre Familie dafür, dass ihr Name niemals vergessen wird.
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Ein glückliches Lächeln, das für immer erloschen ist.
Die 16-jährige Alix Perroud will nur ins neue Jahr feiern, doch die Nacht endet in einer der schlimmsten Brandkatastrophen der Schweiz. In der Bar „Le Constellation” in Crans-Montana bricht ein Feuer aus, sie und ihre Freunde sterben in den Flammen. Jetzt spricht ihr Vater Daniel mit RTL über die dunkelsten Stunden seines Lebens und das Erbe seiner Tochter.

„Wir haben es gespürt”

Es ist der 1. Januar 2026. Während vielerorts noch angestoßen wird, beginnt für die Familie Perroud ein Albtraum. „Alix war mit einer Freundin und vielen weiteren Jugendlichen aus Pully dort. Es waren acht oder neun Leute in der Gruppe, die in dieser Nacht leider alle gestorben sind”, erzählt Vater Daniel Perroud im Gespräch mit RTL.

Die Jugendlichen feiern im Untergeschoss der Bar „Le Constellation”. Dann bricht ein Feuer durch Fontänen an Champagnerflaschen aus, die die Schaumstoffdecke in Brand setzen. Für viele gibt es kein Entkommen. Insgesamt sterben 41 Menschen, 115 werden verletzt. Viele Opfer stammen aus der Region Lausanne. „Aus unserer Region gibt es um die 20 Tote, weil sie alle in diesem Keller waren“, sagt der Vater.

Eltern und Schwester von Alix verbringen Silvester zuhause. Dann klingelt das Telefon. „In der Nacht riefen uns Eltern ihrer Freunde an und wir sind dann direkt hochgefahren”, erinnert sich der 51-Jährige. Zwei Tage lang warten sie auf Gewissheit. „Wir haben aber sofort das Schlimmste befürchtet. Wir haben es irgendwie gespürt und gewusst.“

Video-Tipp: Neues Video aufgetaucht! Hier bricht das Feuer in Crans-Montana aus

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Ein Lichtblick im tiefen Schmerz

Seit dem Tod von Alix sei nichts mehr wie vorher. Die beiden Schwestern mussten ihr Studium unterbrechen. Die Familie versucht, gemeinsam durch die Trauer zu gehen. „Es ist ein langer Prozess für uns. Wir gehen jeden Tag zu Alix auf den Friedhof und wir alle verbringen einfach viel Zeit zusammen”, sagt Daniel Perroud. Alix sei ein Mädchen gewesen, das jeder mochte. „Sie war ein extrem glückliches und fröhliches Kind”, erzählt ihr Vater. „Sie war immer nur am Lächeln, immer interessiert und zuvorkommend. Sie hat sofort gespürt, wie es einem ging oder wenn etwas nicht stimmte.” Eine Familie, die immer eng zusammengehalten habe – mit drei Schwestern, mit viel Lachen, aber manchmal auch mit Streit. Bis zu dieser Nacht.

Mama Véronique, die Schwestern Mathilde und Inès und Papa Daniel halten in der schwersten Zeit ihres Lebens fest zusammen. Gemeinsam wollen sie mit der „Fondation Alix Perroud“ anderen Opfern der Tragödie Lichtblicke schenken.
Mama Véronique, die Schwestern Mathilde und Inès und Papa Daniel halten in der schwersten Zeit ihres Lebens fest zusammen. Gemeinsam wollen sie mit der „Fondation Alix Perroud“ anderen Opfern der Tragödie Lichtblicke schenken.
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Familie gründet Stiftung im Gedenken an Tochter Alix

Um den Verlust der lebensfrohen Schülerin zu verarbeiten, hat die Familie – Papa Daniel, Mutter Véronique und die Schwestern Mathilde und Inès – eine Stiftung gegründet. „Mit der Stiftung wollen wir unsere Trauer auch ein bisschen umwandeln, indem wir Gutes tun, auch in Gedenken an unsere Tochter”, sagt Daniel Perroud.

Ziel ist es, Verletzte und ihren Angehörigen im Alltag zu helfen, zu entlasten und für Dinge zu unterstützen, die Versicherungen nicht zahlen. „Wir haben jetzt gerade einen Fall, wo Mädchen noch eine zweite Perücke bräuchte, die wird aber nicht direkt von der Versicherung übernommen”, erzählt Daniel Perroud. Langfristig will die Stiftung auch benachteiligte Jugendliche fördern, doch im Moment geht es um die Opfer dieser Nacht. „Uns geht es darum, ein wenig Licht in die Familien der Betroffenen zu bringen.”

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche