Richtige Diagnose 15 Jahre zu spätÄrzte erkennen Endometriose nicht und entfernen Amber (35) stattdessen zwei Organe

ILLUSTRATION - Eine Frau hat am 13.11.2018 in einer Wohnung in Hamburg Bauchschmerzen (gestellte Szene). Foto: Christin Klose || Modellfreigabe vorhanden
Fünfzehn Jahre lang nahmen Ambers Ärzte ihre Schmerzen nicht ernst. (Symbolbild)
Christin Klose, Christin Klose

„Nur die Periode”?
Mit einer frühzeitigen Diagnose hätte ihr Leben anders ausgesehen, da ist sich Amber Williams sicher. Seit ihrer Jugend leidet sie unter heftigen Schmerzen. Los ging alles mit ihrer ersten Periode. Trotzdem dauert es 15 Jahre und mehrere schwerwiegende Fehldiagnosen, bis Ärzte die wirkliche Ursache finden.

Amber soll Verhütungspille gegen Schmerzen nehmen

Die medizinische Odyssee der Londonerin beginnt bereits im Alter von 11 Jahren. Seitdem leidet Amber Williams immer wieder unter extremen Schmerzen. Die seien bei der Periode normal, hätten Ärzte ihre Symptome damals heruntergespielt, sagt Williams der New York Post.

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Obwohl sie auf Rat ihrer Ärzte mit 14 Jahren beginnt, die Pille zu nehmen, stellt sich keine Besserung ein. Im Gegenteil, Amber habe zusätzlich unter den Nebenwirkungen des Verhütungsmittels gelitten, erklärt sie.

Ärzte entfernen Blinddarm und Galle

Die Beschwerden begleiten sie weiter. 2012 sucht Amber wegen starker Bauchschmerzen eine Notaufnahme auf. Ärzte vermuten eine Blinddarmentzündung und operieren. Nach ihren Angaben stellt sich anschließend heraus, dass der entfernte Blinddarm gesund war.

Eine ähnliche Situation erlebt Amber vier Jahre später erneut. Dieses Mal hätten Ärzte die Ursache in der Gallenblase vermutet. Das Organ wird entfernt, stellt sich jedoch ebenfalls als gesund heraus.

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Freude und Tränen über Diagnose

Erst ein Schicksalsschlag bringt die 35-Jährige selbst auf eine Idee. Nach einer Fehlgeburt habe sie ihre Symptome recherchiert, so Amber. Dabei stieß sie auf eine Antwort: Endometriose. Ein Experte in ihrer Kinderwunschklinik bestätigt den Verdacht. Im Juli dieses Jahres stellten die Chirurgen eine ausgedehnte Endometriose und Adenomyose fest: Ambers Eierstöcke sind mit ihrer Beckenwand verwachsen.

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Es ist eine Diagnose, nach der Amber so lange gesucht hat. „Als ich aus der Narkose aufwachte, sah mich der Chirurg an und sagte: ‚Du bist nicht verrückt.‘ Da bin ich einfach in Tränen ausgebrochen“, erzählte sie von der Untersuchung.

„Leute denken, Endometriose sei eine schlimme Periode”

Obwohl sie nun endlich eine Diagnose hat, befürchtet Williams, dass die Jahre ohne Behandlung ihre Chancen auf Kinder beeinträchtigt haben könnten. Sie ist sich sicher, dass ihr Leben mit einer früheren Diagnose anders ausgesehen hätte. „Ich habe Jahre verloren. Ich habe keine Karriere. Ich kann nicht arbeiten, weil ich zu starke Schmerzen habe“, sagt die 35‑Jährige der New York Post.

Die Gesundheit von Frauen werde nach wie vor zu wenig beachtet, zu wenig erforscht und zu wenig wertgeschätzt, sagt die 35-Jährige. „Die Leute denken, Endometriose sei einfach nur eine schlimme Periode. Das ist sie nicht. Sie beeinträchtigt jeden Bereich deines Lebens.“ Frauen ermutigt sie deshalb, sich nicht abweisen zu lassen. „Lass dich nicht verunsichern. Wenn du deinen eigenen Körper kennst, weißt du, wann etwas mit dir nicht stimmt.“ (okr)

Verwendete Quellen: New York Post