Sie soll das Kind in heißes Wasser getaucht haben22 Jahre unschuldig im Knast! Ex-Babysitterin nach Tod eines Jungen freigesprochen

Texas Exoneration Infant Death
Carmen Mejia nimmt nach der Freilassung eine ihrer Töchter in den Arm.
MLC, AP, Mikala Compton

Jetzt kann sie endlich zu ihren Töchtern zurück!
Sie soll ein Baby absichtlich in eine Badewanne mit 60 Grad heißem Wasser hineingeworfen haben: Der Säugling starb. Am Mittwoch (11. März) ist die ehemalige Babysitterin nach 22 Jahren in Haft freigelassen worden. Ihre Anwältin habe nachweisen können, dass die heute 52-Jährige unschuldig im Knast saß.

Carmen Mejía kam 2003 ins Gefängnis

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Carmen Mejia neben ihrer Anwältin während der Anhörung.
MLC, AP, Mikala Compton

Nach 22 Jahren unschuldig im Gefängnis ist in den USA eine Frau freigelassen worden, die fälschlicherweise wegen der Tötung eines Babys verurteilt worden war. Ein Richter in Texas sprach die heute 52-Jährige am Mittwoch (Ortszeit) frei. „Kein Geld der Welt kann Ihnen jemals den Verlust der besten Jahre Ihres Lebens ersetzen. Ich wünschte, ich hätte diese Macht. Was ich Ihnen aber sagen kann, ist, dass es Grund zur Hoffnung gibt und dass Ihre Zukunft von nun an jeden Tag besser wird, und ich bete dafür, dass es so ist“, sagte der Richter nach dem Freispruch zu Carmen Mejía laut NBC News.

Sie habe geglaubt, dass sie im Gefängnis sterben müsse, sagte Carmen Mejía nach ihrer Freilassung zu Journalisten vor der Haftanstalt.

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Der kleine Junge wurde zehn Monate alt

Der aus Honduras stammenden Frau war vorgeworfen worden, als Babysitterin einen zehn Monate alten Jungen in heißes Wasser getaucht zu haben. Das Kind verstarb im Juli 2003 aufgrund seiner Verbrennungen im Krankenhaus. Ein Arzt und ein Experte hatten damals erklärt, die Verbrennungen seien dem Baby absichtlich zugefügt worden. Mejías kleine Tochter war damals zusammen mit ihrer Mutter zu Hause und ließ das Badewasser einlaufen.

Die Justiz hatte die Frau bereits im Januar für unschuldig erklärt. Sie sei aufgrund fehlerhafter Zeugenaussagen und unvollständiger Beweise im Jahr 2005 zu Unrecht verurteilt worden, erklärte das zuständige Gericht. Die Anwältin der ursprünglich zu einer lebenslangen Haftstrafe Verurteilten habe beweisen können, dass es sich um einen durch den Wasserboiler verursachten Haushaltsunfall gehandelt hat. Das Wasser, das in das Bad des Kindes eingelassen wurde, habe sich innerhalb von Sekunden auf über 60 Grad erhitzt.

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Anwältin Vanessa Potkin feiert großen Sieg

„Obwohl wir uns sehr darüber freuen, dass das Gericht die Unschuld von Frau Mejía festgestellt hat, hätte es nie zu so einer gravierenden Ungerechtigkeit kommen dürften”, sagte die Anwältin Vanessa Potkin von der Organisation Innocence Project, die sich des Falls angenommen hatte. Und weiter: „Frau Mejia ist eine Frau von unermesslicher Stärke, die sich in einer traumatischen Lebensphase, die die meisten Menschen nicht überleben würden, auf ihren tiefen Glauben verlassen hat“, sagte Potkin in einer Erklärung. „Ihr Fall ist kein Einzelfall.“

Mejía hatte mit dem Schuldspruch das Sorgerecht für ihre vier Kinder verloren, diese waren zur Adoption freigegeben worden. Zudem war mit dem Urteil ihre Abschiebung angeordnet worden, welche die Behörden jetzt aufhoben.

Verwendete Quellen: AFP, NBC News