„Ich fühlte mich wie eine Kriminelle“Traumurlaub in Thailand geplatzt – wegen Souvenirstempeln aus den USA

Diese Stempel im Pass handelten Zuschauerin Vanessa D. reichlich Ärger ein.
Diese Stempel im Pass handelten Zuschauerin Vanessa D. reichlich Ärger ein.
Privat
von Anke Jonschker und Ralf Benkö

Die Bundespolizei warnt vor vermeintlich harmlosen Urlaubsandenken!
Ein paar schöne Erinnerungen an die USA werden für eine Deutsche zum Albtraum! Als Vanessa D. mit ihrer Mutter nach Thailand reisen will, ist am Flughafen Phuket plötzlich Schluss. Ihr Reisepass wird beanstandet, die Einreise verweigert. Der Grund sind offenbar Souvenirstempel aus amerikanischen Nationalparks.

Für Vanessa endet der Thailand-Urlaub schon am Flughafen

Ein paar Tage Sonne, Strand und endlich wieder gemeinsam lachen! Für Vanessa D. aus Tönisvorst und ihre Mutter sollte die Thailand-Reise etwas ganz Besonderes werden. Nach dem Tod der Großmutter hatte die Familie ein schweres Jahr hinter sich. Nun wollten Mutter und Tochter gemeinsam Geburtstag feiern und abschalten.

Doch am 1. Oktober 2026 endet der Traumurlaub bereits bei der Ankunft am Flughafen Phuket. Bei der Passkontrolle wird Vanessa aus der Schlange geholt. Rund zwei Stunden lang prüfen Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde ihren Reisepass. Am Ende darf sie nicht einreisen.

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Der Grund liegt offenbar in einem ungewöhnlichen Urlaubsandenken. Vanessa hat bei einer früheren USA-Reise Erinnerungsstempel aus verschiedenen Nationalparks direkt in ihrem deutschen Reisepass gesammelt, darunter vom Grand Canyon, aus dem Yosemite- und dem Sequoia-Nationalpark.

Nach der Einreiseverweigerung wird Vanessa von Security begleitet

Nach der verweigerten Einreise muss Vanessa auf ihren Rückflug warten. Sie wird in einen abgeschlossenen Raum gebracht, den sie nicht selbstständig verlassen darf. Etwas zu essen oder zu trinken habe man ihr nicht angeboten. „Ich fühlte mich wie eine Kriminelle“, erzählt sie dem RTL-Urlaubsretter-Team. Die Situation habe ihr große Angst gemacht. „Für mich fühlte sich das irgendwann tatsächlich wie in einem Gefängnis beziehungsweise wie in einem abgesperrten Käfig an.“

Später wird Vanessa von Sicherheitsmitarbeitern zum Flugzeug begleitet. Doch selbst beim Zwischenstopp in Dubai ist die unangenehme Situation noch nicht vorbei. „Dort wurde mir dann mitgeteilt, dass ich meinen Reisepass weiterhin nicht zurückbekomme“, schildert sie. Ihre Mutter kann glücklicherweise mit ihr zurückfliegen. Der geplante Urlaub fällt jedoch aus.

Die Dokumente, die Vanessa RTL zur Verfügung gestellt hat, bestätigen die Zurückweisung. Auf einem Formular der Fluggesellschaft Emirates steht als Grund „Damaged Passport“, also beschädigter Reisepass. Auch die thailändische Einwanderungsbehörde stellte eine entsprechende Ausreiseanordnung aus. Dass die Souvenirstempel dabei eine entscheidende Rolle spielten, wurde Vanessa nach eigenen Angaben vor Ort erklärt.

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Warum gibt es überhaupt Stempel in amerikanischen Nationalparks?

In den USA können Urlauber seit 1986 an zahlreichen Sehenswürdigkeiten Erinnerungsstempel sammeln. Das Programm heißt „Passport To Your National Parks“. Die Stempel zeigen beispielsweise den Namen des Nationalparks und das Besuchsdatum.

Dafür gibt es spezielle Sammelhefte, die wie kleine Reisepässe aussehen. Der amerikanische National Park Service warnt auf seiner Internetseite sogar ausdrücklich davor, die Stempel in echte Reisepässe zu drücken.

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Bundespolizei warnt vor Souvenirstempeln im Reisepass

Wie ernst die Folgen sein können, erklärt die Bundespolizei auf RTL-Anfrage. Ein Sprecher der für NRW zuständigen Bundespolizei rät dringend davon ab, Erinnerungsstempel in amtlichen Reisedokumenten zu sammeln. Er spricht ausdrücklich eine „dringende Empfehlung“ aus, von Souvenirstempeln Abstand zu nehmen.

Der Hintergrund ist das deutsche Passgesetz. Nach Paragraf 11 kann ein Reisepass ungültig sein, wenn er unbefugt verändert wurde. Zusätzliche private Einträge können deshalb erhebliche Schwierigkeiten verursachen. Der Bundespolizeisprecher weist darauf hin, dass je nach Einzelfall auch eine strafrechtliche Bewertung wegen Urkundenfälschung oder Veränderung amtlicher Ausweise in Betracht kommen könne. Ob tatsächlich eine Straftat vorliegt, müsste allerdings gesondert geprüft werden.

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Es kann sogar passieren, dass der Reisepass bei einer Kontrolle sichergestellt und an die zuständige Passbehörde zur Überprüfung weitergeleitet wird. Was viele vermutlich nicht wissen: Ein deutscher Reisepass ist Eigentum der Bundesrepublik Deutschland. Die Bürger sind lediglich Inhaber des Dokuments.

So vermeidet ihr Ärger bei der nächsten Auslandsreise

Vanessa D. hatte sich vor ihrer Reise nach eigenen Angaben auf der Internetseite des Auswärtigen Amts informiert. Eine ausdrückliche Warnung vor Souvenirstempeln findet sich in den Thailand-Reisehinweisen allerdings nicht. Auf RTL-Anfrage heißt es aus dem Auswärtigen Amt, dass die Hinweise fortlaufend aktualisiert würden. Gesetze und Verfahren anderer Länder könnten sich jedoch kurzfristig ändern.

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Rechtsverbindliche Informationen zu den Einreisebestimmungen seien deshalb bei den Auslandsvertretungen des jeweiligen Reiselandes erhältlich. Das gilt auch für andere Beschädigungen oder eigenmächtige Veränderungen. Im Zweifelsfall ist ein neuer Reisepass die sicherere Lösung.

Das musste auch Vanessa erfahren. Nach ihrer USA-Reise war sie mit denselben Stempeln bereits auf Sansibar gewesen. Dort hatte es nach ihren Angaben keine Probleme gegeben. In Thailand dagegen war ihre Reise vorbei, bevor der Urlaub überhaupt begonnen hatte.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, National Park Service