Streikalarm kurz vor dem OsterurlaubVersauen die Piloten unseren Kindern jetzt die Ferien?

Nun könnte es bald die Urlauber treffen.
Die Osterferien stehen in allen Bundesländern außer Hamburg vor der Tür. Nach dem langen, kalten Winter fiebern viele Familien einer kleinen Auszeit entgegen. Doch die Ankündigung eines Pilotenstreiks bei der Lufthansa-Tochter Eurowings trübt die Vorfreude. Und nicht nur Eurowings-Kunden könnten am Boden bleiben.
Pilotenstreik bei Eurowings droht
Die Stimmung bei Lufthansa brodelt. Nach zwei Streikwellen der Piloten, in denen hunderte Flüge ausgefallen waren, machen sich nun die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter der Kerngesellschaft Lufthansa wie auch der Regionaltochter Cityline bereit für den Arbeitskampf. Die Kabinengewerkschaft Ufo hat ihre Mitglieder zu einer Urabstimmung bis Freitag kommender Woche (27. März) aufgerufen. Man rechne mit einem sehr eindeutigen Ergebnis, erklärte Ufo-Chef Joachim Vázquez Bürger der dpa.
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Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings drohen ebenfalls Streiks. Bei einer Urabstimmung haben 94 Prozent der teilnehmenden Mitglieder für einen Arbeitskampf gestimmt, wie die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit berichtet. Teilgenommen haben den Angaben zufolge 82 Prozent der infrage kommenden Mitglieder. Ein konkreter Zeitpunkt für einen Arbeitskampf wurde zunächst nicht genannt. Es solle „zeitnah” über das weitere Vorgehen informiert werden. Ein Streik ausgerechnet in den Osterferien ist laut ADAC denkbar, dann würden viele Flüge ausfallen oder verspätet starten oder landen.

Eurowings-Passagieren droht Ärger in den Osterferien
Eurowings fliegt nach eigenen Angaben 150 Ziele in 40 Ländern an. Der Schwerpunkt liegt dabei auf europäischen Metropolen, Sonnenzielen im Mittelmeerraum sowie Urlaubsdestinationen in Nordafrika. Genau diese Ziele steuern Familien mit schulpflichtigen Kindern in den Osterferien häufig an. Ein Pilotenstreik könnte also ausgerechnet diejenigen treffen, die sich aufgrund der wirtschaftlichen Situation in Deutschland kaum noch Urlaub leisten können.
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Bei der von vielen Urlaubern genutzten Direktfluggesellschaft mit Sitz in Köln geht es wie bei der Mutter Lufthansa um die Betriebsrenten der Pilotinnen und Piloten. Bei den Verhandlungen habe der Konzern jede Volumenerhöhung ihres Beitrags abgelehnt, kritisiert die Gewerkschaft.
Fluglotsen streiken am 9. April in Griechenland

Schlechte Nachrichten in puncto Streik gibt es auch für alle, die ein Urlaubsziel in Griechenland für die Osterferien ausgesucht haben. Denn dort werden am 9. April die Fluglosten für 24 Stunden ihre Arbeit niederlegen, wie das Onlineportal ekathimerini berichtet. Zu dem Streik hatte der Verband der Beschäftigten im öffentlichen Dienst ADEDY aufgerufen.
An diesem Mittwoch wird es also in Griechenland voraussichtlich keine Starts und Landungen von Flugzeugen geben. Ausnahmen gibt es für medizinische Flüge, Such- und Rettungsflüge, humanitäre Hilfsflüge, Militärflüge und Notfälle.
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Entschädigung bei Verspätung oder Flugausfällen
Bei Verspätungen und Flugausfällen sind die Airlines gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung gegenüber ihren Kunden zu sogenannten Ausgleichszahlungen verpflichtet. Je nach Entfernung zwischen Abflug- und Zielflughafen können 250 bis 600 Euro fällig werden. Liegen jedoch außergewöhnliche Umstände vor, die nicht im Einflussbereich der Airline liegen, müssen sie nicht zahlen.
Verwendete Quellen: dpa, Vereinigung Cockpit, ADAC, Eurowings, MSN, afp

