Kleiner Stecker, hohe Kosten? Ladekabel einfach stecken lassen – so viel kostet’s wirklich

Nehmt euch vor der Abreise die Zeit, alle Steckdosen zu kontrollieren. Vor dem Urlaub sollten die meisten Stecker nämlich gezogen werden.
Ladekabel nach dem Ladevorgang in der Steckdose zu lassen, wie viele Kosten verursacht das?
picture alliance / Zoonar | Dmitrii Marchenko

Handy weg, Stecker drin!
Wer kennt’s nicht? Das Handy lädt immer am selben Ort, das Kabel bleibt danach einfach stecken. Praktisch, klar. Aber kostet das am Ende nicht womöglich richtig Geld? Beim Blick auf die Rechnung zeigt sich: Der einzelne Stecker ist nicht das größte Problem...

Stromfresser Ladekabel? Das solltet ihr wissen

Laut Vattenfall verbraucht ein Handyladekabel, das täglich mehrere Stunden ohne Handy in der Steckdose steckt, ungefähr 2,5 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Rechnet man mit dem aktuellen durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde, landet man bei rund 93 Cent im Jahr. Diesen Durchschnitt nennt der BDEW für 2026. Heißt für euch: Ein einzelnes Ladegerät ohne Handy reißt kein großes Loch in die Haushaltskasse. Trotzdem ist der Verbrauch nicht gleich null.

Richtig spannend wird es, wenn man nicht nur auf den eigenen Stecker schaut. Vattenfall verweist darauf, dass in Deutschland rund 68 Millionen Menschen ein Smartphone nutzen. Wenn all diese Ladegeräte unnötig in der Steckdose bleiben, summiert sich der Verbrauch demnach auf etwa 170 Millionen Kilowattstunden pro Jahr .Und das lässt sich auch in Euro übersetzen. Bei einem angenommenen Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde wären das rund 51 Millionen Euro im Jahr. Bei 40 Cent pro Kilowattstunde läge die Summe sogar bei etwa 68 Millionen Euro.

Damit könne man 170 Millionen Mittagessen für vier Personen kochen oder sich 85.000-mal rasieren. Noch greifbarer wird die Zahl beim Blick auf Haushalte: Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht im Schnitt etwa 3.100 Kilowattstunden Strom im Jahr. Der unnötige Verbrauch durch steckengelassene Handyladegeräte könnte damit rechnerisch etwa 5.800 Zwei-Personen-Haushalte ein Jahr lang versorgen.

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Dabei geht es nicht nur um das Handy. Auch Netzteile von Laptops, Tablets, E-Readern oder Spielkonsolen ziehen unnötig Energie, wenn sie dauerhaft an der Steckdose hängen. Im einzelnen Fall ist das kein riesiger Kostenblock. In vielen Haushalten kommen aber schnell mehrere Ladegeräte zusammen. Und genau dann wird aus der bequemen Angewohnheit ein vermeidbarer Dauerverbrauch.

Das ändert sich, sobald ein Gerät lädt

Auch der stern wollte wissen, wie viel Strom Ladegeräte tatsächlich ziehen, und hat verschiedene Netzteile mit einem Strommessgerät geprüft. Darunter waren ein universeller USB-C-Charger von Anker, ein älteres iPhone-Ladegerät und ein Netzteil für ein MacBook Air mit M1-Chip. Das Ergebnis überrascht erst mal: Ohne angeschlossenes Endgerät zeigte das Messgerät bei allen getesteten Ladegeräten keinen Verbrauch an. Wie wir jetzt wissen, bedeutet das aber nicht, dass gar kein Strom fließt. Der stern ordnet ein, dass Netzteile wegen der verbauten Transformatoren trotzdem minimal Strom verbrauchen können. Nur war dieser Verbrauch für das verwendete Messgerät nicht sensibel genug messbar.

Lese-Tipp: Dieser eine Strom-Fehler kostet richtig Geld

Deutlich sichtbarer wurde der Verbrauch im stern-Test, sobald Handy, Tablet oder Laptop tatsächlich am Netzteil hingen. Ein leeres iPhone zog beim Laden etwa 7 Watt. Ein MacBook Air im Betrieb lag bei vollem Akku zwischen 6 und 8 Watt. Sobald der Akku wieder etwas nachgeladen werden musste, stieg der Verbrauch bei 95 Prozent Ladestand auf bis zu 28 Watt. Auch beim iPad zeigte sich ein ähnliches Bild. Im Betrieb und bei fast vollem Akku verbrauchte das Anker-Ladegerät 17 Watt. War das iPad ausgeschaltet, lud es bei 96 Prozent Akkustand mit 7 Watt. Der Unterschied ist also klar: Ohne Gerät ist der Stromverbrauch winzig. Mit angeschlossenem Gerät fließt deutlich mehr Energie.

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So lässt sich im Alltag Strom sparen

Wer es bequem mag, muss nicht jeden einzelnen Stecker aus der Wand ziehen. Eine Steckdosenleiste mit Kippschalter reicht oft schon. Ein Klick, und gleich mehrere Netzteile sind vom Strom getrennt. Auch Funksteckdosen oder Zeitschaltuhren helfen, wenn ihr beim Verlassen der Wohnung nicht an jedes Ladegerät denken wollt. Der wichtigste Punkt bleibt aber: Das Ladegerät in der Steckdose kostet einzeln nur Centbeträge. Als Gewohnheit in Millionen Haushalten wird daraus trotzdem eine Menge Energie. Und die lässt sich ziemlich einfach sparen. (dga)

Verwendete Quellen: vattenfall.de, bdwe.de, stern.de