Nicht besser als andere DiätenIntervallfasten entzaubert: Studie zerstört den großen Abnehm-Mythos

Der Blick auf die Uhr: Wann sind das Fasten-Intervall endlich um?
Es gibt Millionen Menschen, die schwören darauf: Stundenlang nichts essen und diszipliniert durchhalten in der Hoffnung, dass die Kilos schneller schwinden. Doch jetzt enthüllt eine Studie: Das harte Warten auf die nächste Mahlzeit ist womöglich völlig für die Katz!
Große Analyse bringt ernüchterndes Ergebnis
Forscher des unabhängigen Netzwerks Cochrane haben 22 Studien mit fast 2.000 Teilnehmern weltweit ausgewertet. Das Ergebnis ist eine Ernüchterung für alle Fasten-Fans: Intervallfasten führt zu keinem besseren Gewichtsverlust als andere Diäten. Auch bei der Lebensqualität finden die Wissenschaftler keine messbaren Vorteile.
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Studienleiter Luis Garegnani erklärt der Nachrichtenagentur dpa: „Intermittierendes Fasten mag für manche Menschen eine sinnvolle Option sein, doch die derzeitige Studienlage rechtfertigt nicht die Begeisterung, die wir in den sozialen Medien beobachten.“ Eine eindeutige Überlegenheit gegenüber anderen Methoden lässt sich bislang nicht belegen.
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Experte stellt klar: Begeisterung größer als die Beweise
Jörg Meerpohl vom Universitätsklinikum Freiburg betont allerdings die Unsicherheit der Daten. „Es handelt sich dabei bislang nur um Hinweise, nicht um einen Beweis – das heißt, wir können die Wirksamkeit von Intervallfasten noch nicht mit ausreichender Sicherheit beurteilen“, sagt er. Das Problem: Es gibt zu viele Varianten – von der 16:8-Methode bis zum kompletten Fasten jeden zweiten Tag. Dadurch lassen sich Studien nur schwer vergleichen, Langzeitdaten fehlen fast komplett.
Entscheidend ist, was man langfristig durchhält
Heißt das, Intervallfasten bringt gar nichts? Nicht ganz. Wer gar nichts tut, nimmt natürlich auch nicht ab. Im Vergleich zu „gar keiner Diät“ hilft das Fasten zwar, aber es ist eben keine Zauberformel.

Diabetes-Forscherin Annette Schürmann vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung betont, dass es keine Einheitslösung gibt. Entscheidend ist vor allem, eine Methode zu finden, die zum eigenen Alltag passt und die man langfristig durchhalten kann. Am Ende zeigt die Studie vor allem eines: Nicht der Trend entscheidet über den Erfolg, sondern die Konsequenz im Alltag. (nha)
Verwendete Quellen: dpa, Cochrane
































