Trotz Wirkung wird das Medikament selten verschriebenTabletten gegen die Alkoholsucht – macht Naltrexon wirklich dauerhaft nüchtern?
Die Rettung für alle Suchtkranken?
Nathalie Stüben war über viele Jahre alkoholabhängig. Zwar gelang ihr mithilfe einer Entzugsklinik der Ausstieg aus der Sucht, doch dauerhaft trocken zu bleiben, bleibt für viele Betroffene die größte Herausforderung. Langfristig helfen könnte das Medikament Naltrexon. Dennoch werden die Tabletten nur selten verschrieben. RTL hat mit Chefarzt Dr. Peter Strate gesprochen. Ob Naltrexon wirklich dauerhaft nüchtern macht, erfahrt ihr im Video.
Medikament für Alkoholsüchtige – dank Naltrexon macht „einem das Trinken keinen Spaß mehr”
Naltrexon ist laut Dr. Peter Strate, dem Chefarzt der Klinik für Abhängigkeitserkrankungen, ein Medikament, welches „gegen die körpereigenen Opioide” wirkt. Hierbei handelt um „Stoffe, die bei Schmerz und Wohlbefinden” zum Trage kommen, so Dr. Strate. Damit hat Naltrexon einen indirekten Einfluss auf das Belohnungssystem des Körpers.
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„Das heißt, wenn man das Medikament einnimmt, führt es dazu, dass einem das Trinken keinen Spaß mehr macht”, stellt der Chefarzt klar. Zwar sei Naltrexon kein Wundermittel für Suchtkranke, es kann jedoch bei der Entwöhnung helfen. Dennoch werden die Tabletten vergleichsweise selten in Deutschland verschrieben. Dr. Peter Strate kennt die Hintergründe.
Trotz Wirkung bei Alkoholsucht! Warum Naltrexon so selten verschrieben wird
„Das Medikament selber wäre eigentlich ein probates Mittel, wenn erkannt wird, dass ein Mensch eine Abhängigkeit entwickelt hat”, stellt Dr. Peter Strate klar. Das Problem ist damit nicht die Wirkung von Naltrexon. Vielmehr liegt es an dem mangelnden Eingeständnis der Betroffenen.
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„90 Prozent der Menschen, die behandlungswürdig sind, kommen nie in eine Klinik oder in das Suchthilfesystem rein”, offenbart der Chefarzt. Erst, wenn Süchtige sich aktiv Hilfe suchen, kann der behandelnde Arzt das Medikament verschreiben.
Wichtig: Wer das Gefühl hat, des Öfteren zu viel zu trinken, aber nicht gut widerstehen kann, kann ebenfalls den Arzt seines Vertrauens um Hilfe bitten. Hier gibt es nämlich ein anderes Präparat (ähnlich zu Naltrexon), das Betroffenen helfen kann, wie Dr. Peter Strate oben im Video erklärt.
Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche



