Spritpreise auf Rekordhoch – und morgen greift die neue Regel...2,295 Euro für Diesel – Tankstellenverband nennt das „kundenfreundlich“

Was soll das denn?
Ausgerechnet kurz vor der neuen Tankpreis-Regel (gilt ab dem 1. April) sind die Preise auf Jahreshoch. Der Branchenverband der Markentankstellen spricht von „kundenfreundlichem Wettbewerb”. Viele Verbraucher fassen sich an den Kopf.
Benzin- und Dieselpreise vor neuer Tankregel auf Rekordhoch
2,087 Euro für Super E10. 2,295 Euro für Diesel. Mehr mussten Autofahrer im laufenden Jahr im Tagesdurchschnitt noch nicht für einen Liter zahlen. Besonders bitter ist der Zeitpunkt. Denn die Spritpreise ziehen nicht irgendwann an, sondern unmittelbar vor der Einführung der neuen Tankregel der Bundesregierung (RTL.de berichtete).
Und genau in diesem Moment beschwichtigt der Branchenverband „Fuels und Energie”. Wie die Bildzeitung berichtet, erklärte er, der „kundenfreundliche Preiswettbewerb der Tankstellen“ bleibe „voll intakt, auch vor und nach Mitternacht“. Ein Satz, der an der Zapfsäule gerade für reichlich Kopfschütteln sorgen dürfte.
Denn konkret gilt ab dem 1. April 2026: Tankstellen dürfen ihre Preise nur noch einmal pro Tag anheben, und zwar jeweils um 12 Uhr. Danach sind nur noch Preissenkungen erlaubt. Die Bundesregierung will mit dieser Tankpreis-Regel verhindern, dass die Preise über den Tag immer wieder nach oben schießen. Denn das tut er schon jetzt.
Der Verband signalisiert zwar, dass die Unternehmen vorbereitet sind. Gleichzeitig geht er aber klar auf Distanz. Man sammele nun „erste Erfahrungen mit dem staatlichen Eingriff in die Tankstellenpreise“, hieß es laut Bild. Einen klaren Vorteil für Verbraucher sieht die Branche dabei nicht.
Branchenverband zeigt mit dem Finger auf den Staat
Noch deutlicher wird der Ton bei der Frage nach der Ursache für die aktuell hohen Preise. Der Verband widerspricht der Annahme, dass die neuen Regeln nötig geworden seien, weil die Tankstellenpreise infolge der Nahostkrise hierzulande besonders stark gestiegen seien. Das sei, so der Sprecher, inzwischen widerlegt.
Stattdessen verweist die Branche auf die hohe Steuer- und Abgabenlast in Deutschland. Laut den Angaben entfallen bei einem Benzinpreis von 2,20 Euro pro Liter rund 66 Prozent auf den Staat. Das wären etwa 1,45 Euro pro Liter. Für Autofahrer ändert das im Alltag allerdings wenig.
Sie sehen vor allem die Zahl auf der Anzeigetafel – und die steht gerade auf Rekord.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche, Bild, ADAC


