Erster Preissturz seit MonatenSprit-Sensation! Diesel plötzlich günstiger als E10

13.05.26, Bad Camberg: Symbolfoto, Illustrationsbild, Symbolbild, Illustrationsfoto, Alltagsszene Künstlerisch Aufnahme mehrerer Zapfpistolen an einer Shell-Tankstelle mit Bewegungsunschärfe. Sichtbar sind verschiedene Kraftstoffsorten wie Diesel, Super 95, Super E10 und V-Power Racing. Das Bild symbolisiert die Dynamik und Unsicherheit auf den internationalen Energiemärkten sowie steigende Kraftstoffpreise im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen und dem Iran-Konflikt.
So manchem ist bei den hohen Kraftstoffpreisen an den Zapfsäulen wohl schwindelig geworden.
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Weil Diesel krisenanfälliger ist als Benzin, war der Kraftstoff gut zwei Monate lang teurer als E10 - obwohl er deutlich niedriger besteuert wird. Erstmals seit März wendet sich in Deutschland das Blatt, wenn auch nicht überall.

Diesel ist zum ersten Mal seit Anfang März wieder billiger als die günstigste gängige Benzinsorte E10. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Samstags kostete ein Liter Diesel 1,990 Euro, ein Liter E10 aber 1,994 Euro, wie der ADAC mitteilt. Diesel verbilligte sich dabei um 0,9 Cent im Vergleich zu Freitag. E10 blieb unverändert.

Noch Anfang April - zur Zeit der Höchststände bei den Kraftstoffpreisen- war Diesel zwischenzeitlich mehr als 25 Cent teurer als E10 - obwohl der Kraftstoff niedriger besteuert wird. Seither ist Diesel aber um gut 45 Cent pro Liter billiger geworden. Super E10 verbilligte sich dagegen nur um knapp 20 Cent. Der Tankrabatt spielt zwar bei der Verbilligung eine Rolle, hat den Preisabstand von Diesel und E10 aber nicht direkt geändert. Er beträgt bei beiden Kraftstoffen 16,7 Cent pro Liter.

Bundesweit einheitlich ist der Trend nicht: Diesel war am Samstag im Tagesdurchschnitt in immerhin 12 von 16 Bundesländern günstiger als E10. In vier Bundesländern (Hamburg, Bremen, Baden-Württemberg und Bayern) lag der Preis von E10 noch unter dem Dieselpreis.

Diesel gilt beim Preis als krisensensibler als Benzin, unter anderem weil Deutschland bei Diesel teilweise auf Importe angewiesen ist. Auch zu Beginn des Ukraine-Krieges hatte sich Diesel sehr viel schneller verteuert als Benzin und monatelang mehr gekostet.

Im langjährigen Schnitt vor Beginn des Ukraine-Krieges war Diesel mehr als 15 Cent billiger als E10. Auf dieses Niveau ist der Abstand seither nicht mehr über längere Zeit gestiegen - möglicherweise, weil bis 2022 auch viel relativ günstiges Diesel aus Russland importiert wurde. In den Jahren 2024 und 2025 war Diesel im Schnitt etwas mehr als 8 Cent billiger als E10.

Grundsätzlich wird in Deutschland deutlich mehr Diesel als E10 verbraucht, was insbesondere daran liegt, dass die große Mehrheit aller Lastwagen mit dem Kraftstoff betrieben werden. Bei Privatpersonen sind allerdings Autos mit Benzinmotor deutlich verbreiteter. Die beiden wichtigsten Superbenzinsorten sind E5 und E10. Letzteres zeichnet sich durch einen höheren Anteil an Biosprit aus und war zuletzt meist etwa 6 Cent billiger als E5. Dennoch wird E5 insgesamt noch häufiger getankt - obwohl die allermeisten Autos das günstigere E10 vertragen.

Verwendete Quellen: ses/dpa