Kerosin-Krise am HimmelDas lesen Urlauber nicht gern! Ryanair-Chef verrät, ab wann die Airline Flüge streicht

Ryanair
Bei europäischen Airlines wie Ryanair gibt es erste Ideen für einen Notfallplan
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Wenn der Treibstoff knapp wird, steht der Flugverkehr still – oder?
Während weltweit über mögliche Engpässe bei Kerosin diskutiert wird, bereiten sich Fluggesellschaften hinter den Kulissen auf den Ernstfall vor. Jetzt spricht der Chef des Billigflug-Giganten Ryanair Klartext – und verrät, wie sich die Airline für eine Krisen-Situation rüstet.

Ryanair rüstet sich für den Kerosin-Notfall

Die Angst vor steigenden Energiepreisen und möglichen Lieferengpässen macht auch vor der Luftfahrt nicht halt. In einem aktuellen Interview hat Michael O’Leary, Chef der irischen Billigfluglinie Ryanair, erstmals detailliert erklärt, wie sich seine Airline auf eine mögliche Kerosin-Knappheit vorbereitet.

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„Im Moment gibt es nichts Konkretes, aber da die Straße von Hormus noch geschlossen ist, wird das Versorgungsproblem Woche für Woche für unseren Sektor ernster”, sagte der Ryanair-Geschäftsführer der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera. Ein kompletter Stillstand müsse aber unbedingt verhindert werden. Sollte die Blockade bis Anfang Juni weiter bestehen, wird es laut O’Leary knapp, und erste Notfallmaßnahmen müssten getroffen werden. Zunächst bedeute das die vereinzelte Streichung von Flügen, allen voran Inlandsflüge. Priorität hätten Flüge am Morgen, am späten Nachmittag und am Abend, um Geschäftskunden zu entlasten.

Michael O’Leary
Ryanair-Chef Michael O’Leary hat erste Details für den Ernstfall verraten
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Statt viele Flüge halb leer zu betreiben, würde Ryanair konsequent auf volle Maschinen setzen. Die Strategie dahinter ist simpel – und knallhart wirtschaftlich: Unrentable Strecken zuerst streichen, Flüge bündeln und die Auslastung maximieren. Für Passagiere bedeutet das: weniger Auswahl, aber höhere Chance, dass wichtige Verbindungen bestehen bleiben.

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Das Kerosin braucht 40 Tage, bis es Europa erreicht

Die Aussagen des Ryanair-Chefs zeigen, dass sich die Branche intensiv auf Krisenszenarien vorbereitet. Noch ist der Ernstfall nicht eingetreten – doch die Notfallpläne liegen bereit. Ein Punkt dürfte Reisenden besonders wehtun: Steigt der Kerosinpreis drastisch oder wird Treibstoff knapp, wird mit deutlich höheren Ticketpreisen gerechnet. Fliegen wird nicht verschwinden. Aber es könnte wieder exklusiver werden.

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Die Lufthansa erklärte unterdessen die Treibstoffvorräte bis Mitte Juni für gesichert, so der Unternehmens-Chef Carsten Spohr im Gespräch mit dem Spiegel. Allerdings sei auch bei einer Freigabe der Straße von Hormus mit einer Zeitverzögerung zu rechnen: Seien die Lieferungen wieder im Gange, dauere es mindestens 40 Tage, bis das Kerosin in Europa ankomme.

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Die Fluggesellschaft habe außerdem mehrere Forderungen an die EU-Komission gestellt. Eine davon ist die Erlaubnis, Jet-A-Kraftstoff statt Jet-A1-Kraftstoff tanken zu dürfen. Freigegeben ist bisher nur letzterer – eine Änderung der Regelung würde den Airlines in ihrer Planung entgegenkommen. Der EU-Kommissar für Tourismus Apostolos Tzitzikostas erklärte Corriere della Sera: „Die Situation bleibt instabil und unsicher, und die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten ist entscheidend”.

Verwendete Quellen: Corriere della Sera, Focus