Billig gegen teuer10 Euro oder 100 Euro? Dieser Sonnenbrillen-Check überrascht

von Miriam Saraiva Münz und Philipp Petersdorff

Die eine kostet weniger als ein Mittagessen, die andere so viel wie ein Wochenendtrip.
Bei Sonnenbrillen ist die Preisspanne gewaltig. Doch wenn es um unsere Augen geht, zählt weder das Logo auf dem Bügel noch der Preis. Unser Sonnenbrillen-Check zeigt, worauf ihr beim Kauf wirklich achten solltet.

100-Euro-Sonnenbrille enttäuscht bei der Verarbeitung

Zehn Sonnenbrillen, Preise zwischen 8 und 100 Euro und eine Optikerin, die nicht weiß, welches Modell wie viel kostet. Gemeinsam mit Testerin Katharina nimmt Expertin Christin Drabe die Brillen unter die Lupe. Dabei zeigt sich schnell, dass teuer keineswegs automatisch besser verarbeitet bedeutet.

Eine Markenbrille für 100 Euro erkennt Christin Drabe anhand ihrer hochwertigen Verarbeitung sofort. Das Material fühlt sich gut an, das Scharnier besteht aus Metall, scharfe Kanten entdeckt sie nicht und auch die Gläser sitzen sauber in der Fassung. Doch ein anderes Modell zum gleichen Preis schneidet bei ihrem ersten Eindruck deutlich schlechter ab. Die Optikerin bemängelt unter anderem scharfkantige Ränder und eine sehr einfache Verarbeitung. Dass diese Sonnenbrille ebenfalls 100 Euro kostet, überrascht sie. Ihr Urteil fällt entsprechend deutlich aus: „Krass.“

Dass günstig nicht zwangsläufig schlecht bedeutet, zeigt dagegen eine Drogerie-Sonnenbrille für gerade einmal 10 Euro. An ihr hat die Expertin kaum etwas auszusetzen. Bei dem noch günstigeren 8-Euro-Modell fallen ihr hingegen die Kunststoffscharniere negativ auf.

Lese-Tipp: Darum sind Sonnenbrillen für Kinder so wichtig

Sonnenbrillen-Check zeigt, warum der Sitz so wichtig ist

Neben der Verarbeitung zählt vor allem, wie eine Sonnenbrille auf dem Gesicht sitzt. Sie sollte nicht drücken, die Bügel sollten gut anliegen und selbst beim Kopfschütteln darf sie nicht verrutschen. Auch die Form spielt eine Rolle. Bei einem besonders modischen Modell gelangt viel Licht von oben an die Augen. Das bedeutet weniger Blendschutz. Eine andere Trendbrille für 20 Euro kommt bei Katharina deutlich besser an. Die großen Gläser und der leichte Farbverlauf überzeugen sie ebenso wie die auffälligen Bügel.

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Dunkle Gläser bedeuten nicht automatisch mehr UV‑Schutz

Ein entscheidender Punkt im Sonnenbrillen-Check ist die Frage nach dem UV‑Schutz. Wie die Sonnenbrillen dort abschneiden, seht ihr oben im Video.

Grundsätzlich gilt: Eine starke Tönung allein schützt die Augen nicht automatisch besser vor schädlicher UV‑Strahlung. Optikerin Christin Drabe erklärt, dass Sonnenbrillen, die heutzutage in der EU verkauft werden, dem aktuellen Standard UV400 entsprechen. Die Angabe „UV400“ bedeutet, dass UV-Strahlung bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern herausgefiltert wird. Genau in diesem Bereich liegen die für die Augen schädlichen UV‑Strahlen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen