Unsichtbare GefahrDer UV-Index wird für viele immer wichtiger - ab diesem Wert müsst ihr euch schützen

Vorsicht Sonne - Im Land ist der UV-Index hoch.
Vorsicht Sonne - Wo ist im Land der UV-Index hoch.
Jonas Walzberg/dpa
von Buchhop, Rainer und Rouven Schroth

Die Sonne kommt nicht nur mit Wärme!
Sie kommt auch mit einer unsichtbaren Gefahr: UV-Strahlung. Und genau deshalb wird der UV-Index jetzt wieder zur wichtigsten Zahl des Tages.

UV-Index einfach erklärt: Ab wann Sonne gefährlich wird – und wie Sie sich schützen

Erst fühlt es sich einfach nur nach Sommer an. Warm auf der Haut, hell am Himmel, vielleicht ein bisschen Wind dazu. Doch genau das ist tückisch: Während viele noch denken „Ach, geht schon“, arbeitet die Sonne längst. Unsichtbar. Direkt auf der Haut.

Denn mit der anrollenden Hitze steigt auch die Gefahr durch UV-Strahlung. Und die merkt man nicht sofort. Kein Schmerz, kein Warnsignal, kein Brennen in den ersten Minuten. Der Sonnenbrand kommt oft erst später – wenn es längst zu spät ist.

Die anrollende Hitzewelle wird ganz Deutschland treffen.
Die anrollende Hitzewelle wird ganz Deutschland treffen.

Deshalb gibt es den UV-Index. Eine Zahl, die zeigt, wie stark die Sonne heute wirklich ist. Man kann ihn sich wie eine Sonnen-Ampel vorstellen: Grün heißt entspannt, Gelb heißt aufpassen, Rot heißt: Jetzt wird es gefährlich.

Was bedeutet der UV-Index?

  • UV 0 bis 2: gering
    Bei diesen Werten ist der Aufenthalt im Freien in der Regel unproblematisch. Besonderer Sonnenschutz ist meist nicht nötig – empfindliche Haut sollte trotzdem vorsichtig sein.

  • UV 3 bis 5: mäßig
    Ab hier wird es ernst. Sonnenschutz ist empfohlen. Das gilt nicht nur für Menschen mit heller Haut, sondern grundsätzlich für alle. Wer länger draußen ist, sollte Sonnencreme benutzen, eine Kopfbedeckung tragen und empfindliche Haut bedecken.

  • UV 6 bis 7: hoch
    Jetzt kann die Haut ungeschützt schnell geschädigt werden. Schatten wird wichtig, besonders in der Mittagszeit. Wer draußen arbeitet, Sport macht oder mit Kindern unterwegs ist, sollte konsequent schützen.

  • UV 8 bis 10: sehr hoch
    Die pralle Sonne sollte möglichst gemieden werden. Sonnencreme, Kleidung, Hut und Sonnenbrille sind Pflichtprogramm. Besonders Kinder sollten dann nicht lange ungeschützt draußen sein.

  • UV 11 und mehr: extrem
    Schon kurze Aufenthalte ohne Schutz können gefährlich werden. Dann gilt: raus aus der direkten Sonne, rein in den Schatten – und zwar nicht erst, wenn die Haut schon rot wird.

Die wichtigste Faustregel für den Alltag lautet: Ab UV 3 ist Sonnenschutz Thema. Nicht irgendwann. Nicht erst im Urlaub. Sondern hier, bei uns, vor der Haustür.

Warum der UV-Index so unterschiedlich sein kann

Wie stark die UV-Strahlung ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Der wichtigste ist der Sonnenstand. Je höher die Sonne steht, desto stärker trifft die Strahlung auf die Erde. Deshalb ist die Belastung rund um die Mittagszeit besonders hoch.

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Aber auch die Ozonschicht spielt eine Rolle, ebenso Bewölkung, Lufttrübung, Schwebeteilchen und die Höhe über dem Meeresspiegel. In den Bergen ist die UV-Strahlung stärker. Am Wasser kann sie durch Reflexion zusätzlich wirken. Und selbst Wolken sind kein verlässlicher Schutz: Auch bei bedecktem Himmel kann noch viel UV-Strahlung durchkommen.

In Deutschland sind im Winter meist niedrige Werte üblich. Im Sommer aber können bei klarem Himmel Werte von 6 bis 8 erreicht werden – also hoch bis sehr hoch. In Urlaubsländern wie Spanien zeigt der UV-Index oft deutlich höhere Werte an.

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Die Hitze macht es gefährlicher

Das Problem: Wenn die Temperaturen steigen, verbringen viele Menschen automatisch mehr Zeit draußen. Im Freibad, im Garten, auf dem Balkon, beim Grillen, beim Sport. Genau dann wird der UV-Index entscheidend.

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Denn Hitze und UV-Strahlung sind nicht dasselbe – aber sie treten im Sommer oft gemeinsam auf. Es kann also angenehm windig sein und trotzdem gefährlich für die Haut. Oder leicht bewölkt und trotzdem sonnenschädlich.

Gerade Kinder, ältere Menschen und Menschen mit heller oder empfindlicher Haut sollten besonders geschützt werden. Kinderhaut ist dünner und empfindlicher. Jeder Sonnenbrand in jungen Jahren erhöht das Risiko für spätere Hautschäden.

So schützen Sie sich richtig

Der beste Schutz ist Schatten – vor allem zur Mittagszeit. Zwischen spätem Vormittag und Nachmittag ist die UV-Belastung meist am höchsten. Wer kann, sollte Aktivitäten nach draußen lieber in die Morgen- oder Abendstunden legen.

Kleidung hilft ebenfalls. Lange, luftige Kleidung schützt besser als ein dünnes Top. Ein Hut oder eine Kappe schützt Kopf, Gesicht und Nacken. Wichtig sind auch die Augen: Eine Sonnenbrille sollte mit „UV 400“ oder „100 Prozent UV-Schutz“ gekennzeichnet sein.

Sonnencreme gehört ab UV 3 dazu. Wichtig ist: genug davon verwenden und regelmäßig nachcremen – besonders nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen. Nachcremen verlängert allerdings nicht unbegrenzt die Schutzzeit, sondern erhält den Schutz nur aufrecht.

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Der UV-Index ist damit keine komplizierte Wetterzahl, sondern eine praktische Warnung für den Alltag. Er sagt nicht, wie warm es wird. Er sagt, wie gefährlich die Sonne für Haut und Augen werden kann. Und genau deshalb lohnt sich der Blick auf diese Zahl jetzt wieder jeden Tag. Denn die Hitze spürt man direkt. Die UV-Strahlung erst, wenn es zu spät ist.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen