Zwei Frauen machen den SelbsttestAbnehmen mit KI: So viele Kilos purzeln mit ChatGPT und Gemini

von Nina Müller-Rositzke und Anke Jonschker

Die Waage zeigt Erfolge – doch der Experte entdeckt ein Problem.
Kann künstliche Intelligenz beim Abnehmen helfen? Unsere Reporterin Nina und Testerin Sabine probieren es zwei Monate lang aus. Die eine vertraut auf Gemini, die andere auf ChatGPT. Auf der Waage gibt es am Ende tatsächlich Erfolge – doch Sportwissenschaftler Stephan Geisler entdeckt auch eine Schattenseite.

ChatGPT und Gemini werden zu persönlichen Abnehm-Helfern

Fünf beziehungsweise zehn Kilo sollen runter. RTL-Reporterin Nina Müller-Rositzke (46) und Testerin Sabine (59) starten dafür ein Experiment: Zwei Monate lang lassen sie sich von künstlicher Intelligenz beim Abnehmen begleiten. Nina entscheidet sich für Googles Gemini, Sabine nutzt ChatGPT. Beide füttern ihre KI mit Angaben zu Alter, Zielen und persönlichen Vorlieben und bekommen daraufhin Tipps für Ernährung und Bewegung.

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Sportwissenschaftler Stephan Geisler begleitet den Selbsttest und macht gleich zu Beginn deutlich, dass die Qualität der Antworten entscheidend von den eingegebenen Informationen abhängt. „Ganz wichtig: korrekt prompten. Alter, Gewicht, Körpermaße, Möglichkeiten für das Training“, erklärt er.

Unsere Testerinnen Nina und Sabine
Unsere Testerinnen Nina und Sabine
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Dann geht es auf die Waage. Sabine startet bei 84 Kilogramm und 38 Prozent Körperfett, Nina bei 68 Kilogramm und 30 Prozent. Für beide erstellt die jeweilige KI passende Vorschläge. Einkaufslisten gehören genauso dazu wie Spaziergänge, Treppensteigen oder kleine Workouts für zwischendurch. Weil Sabine Diabetes und Weichteilrheuma hat, lässt sie ihren Plan zusätzlich ärztlich überprüfen. Der Arzt gibt grünes Licht.

Nach vier Wochen purzeln bereits die ersten Kilos

Ganz ohne Alltagshürden funktioniert das KI-Experiment natürlich nicht. Nina gönnt sich zwischendurch einen Ausrutscher, Sabine kämpft vor allem abends mit Heißhunger. ChatGPT schlägt ihr deshalb Lebensmittel vor, die sie tagsüber während ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Tierheim mitnehmen kann. Nina wiederum bekommt von Gemini Ideen für schnelle Mahlzeiten und Micro-Workouts.

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Nach vier Wochen folgt der erste Zwischenstand bei Stephan Geisler. Und der kann sich sehen lassen. Sabine hat fast drei Kilogramm verloren, bei Nina sind rund zwei Kilo weg. Danach wird es für Nina allerdings schwieriger. In Woche sechs geht es nach Italien in den Urlaub, der gewohnte Alltag und damit auch die Ernährungsroutine verändern sich.

Sportwissenschaftler Stephan Geisler begleitet den KI-Test.
Sportwissenschaftler Stephan Geisler begleitet den KI-Test.
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Nach insgesamt zwei Monaten folgt der entscheidende Körpercheck. Sabine verfehlt ihr sehr ambitioniertes Zehn-Kilo-Ziel zwar, bringt aber mehr als sieben Kilogramm weniger auf die Waage. Davon sind mehr als zwei Kilogramm Fett. Allerdings hat sie auch rund zwei Kilogramm Muskelmasse verloren.

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Die Waage zeigt Erfolge – doch es gibt einen Haken

Auch Nina hat Grund zur Freude. Sie verliert mehr als drei Kilogramm. Vor allem beim Körperfett übertrifft sie ihr selbst gestecktes Ziel deutlich: Statt der anvisierten vier Prozent verliert sie mehr als doppelt so viel.

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Doch auch bei ihr zeigt sich, warum eine KI nur so gut beraten kann wie die Informationen, die sie bekommt. Ninas Bewegungsumfang hatte sich während des Tests verändert, sie teilte Gemini das allerdings nicht mit. Geisler erklärt, dass sich dadurch auch der Kalorienbedarf verändert. Genau deshalb müsse man die KI während einer solchen Abnehmphase immer wieder mit aktuellen Angaben versorgen.

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Sein Fazit fällt deshalb trotz der Erfolge nicht uneingeschränkt positiv aus. Besonders bei Vorerkrankungen sollte künstliche Intelligenz keine medizinische Beratung ersetzen. „Gerade mit individuellen gesundheitlichen Problemen würde ich das nicht nur der KI anvertrauen“, warnt Geisler.

Unser Selbsttest zeigt trotzdem: Wer der KI möglichst genaue Informationen liefert, ihre Vorschläge sinnvoll in den Alltag integriert und gesundheitliche Besonderheiten ärztlich abklärt, kann ChatGPT oder Gemini durchaus als digitalen Begleiter beim Abnehmen nutzen. Was die KI allerdings nicht kann: selbst die Treppe hochlaufen.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche