Polizei NRW warnt vor neuer MascheFalsche Finanzprofis bei WhatsApp: So werden Anleger abgezockt

Der bei Signal entwickelte Verschlüsselungs-Algorithmus wird auch von WhatsApp eingesetzt.
Der bei Signal entwickelte Verschlüsselungs-Algorithmus wird auch von WhatsApp eingesetzt.
Zacharie Scheurer/dpa
von Philipp Petersdorff

Erst kommen die vermeintlichen Erfolgsgeschichten, dann ist im schlimmsten Fall das Geld weg.
Das Landeskriminalamt NRW warnt vor einer perfiden Betrugsmasche in WhatsApp- und Telegram-Gruppen. Dabei spielen angeblich erfolgreiche Anleger eine entscheidende Rolle.

Betrüger bauen erst Vertrauen auf – dann locken sie mit Investments

Eine Werbeanzeige im Internet verspricht lukrative Geldanlagen. Kurz darauf landet man in einer Chatgruppe mit vermeintlichen Finanzexperten. Was seriös wirken soll, kann eine ausgeklügelte Falle sein. Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen registriert zunehmend Finanzbetrug über Gruppen bei WhatsApp und Telegram. Das geht aus dem neuen Lagebild Wirtschaftskriminalität für 2025 hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Im Video: Fake-Mädchen mit Down-Syndrom bittet um Hilfe

Die klare Warnung für Anleger lautet deshalb: Misstrauisch werden, wenn unbekannte Finanzprofis über Messenger-Gruppen zu Geldanlagen drängen. Denn selbst die anderen vermeintlich erfolgreichen Mitglieder einer solchen Gruppe können Teil der Masche sein.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Angebliche Erfolgsgeschichten sollen Zweifel beseitigen

Die Betrüger setzen allerdings nicht nur auf vermeintliche Experten. In den Gruppen befinden sich neben den tatsächlichen Opfern auch simulierte Teilnehmer. „So werden gezielt Erfolgsgeschichten platziert, um letzte Zweifel auszuräumen und die Geschädigten von angeblichen Investitionen zu überzeugen“, heißt es im Lagebild.

Das Vorgehen ist darauf ausgelegt, Vertrauen zu schaffen. Zunächst erhalten die Anleger seriös wirkende Tipps. Später bieten die Täter ihnen angeblich „innovative Investitionen“ an. Wer darauf hereinfällt und Geld investiert, verliert es. Anschließend werfen die Betrüger ihre Opfer aus der Chatgruppe.

Lese-Tipp: Mann (63) um fünfstellige Summe betrogen, weil er QR-Code in Brief gescannt hat

1.900 Fälle von Wirtschaftskriminalität im Internet

Wie viele Menschen genau mit dieser Messenger-Masche betrogen wurden, geht aus dem Lagebild nicht hervor. Die Dimension der Wirtschaftskriminalität im Netz lässt sich dennoch erahnen. Für 2025 registrierte die Polizei in NRW 1.891 Fälle von Wirtschaftskriminalität „unter Nutzung des Tatmittels Internet“. Damit entfiel mehr als ein Viertel aller erfassten Fälle von Wirtschaftskriminalität auf diese Kategorie.

„Wirtschaftskriminalität ist kein Trickbetrug mit ein paar Euro Beute“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) der dpa. Es gehe „um kriminelle Geschäftsmodelle, die Unternehmen schaden, Arbeitsplätze gefährden und dem Standort Nordrhein-Westfalen Geld aus der Tasche ziehen.“

Verwendete Quelle: dpa