Anitsemitisch motiviert? Drei Jugendliche wegen Vergewaltigung einer Zwölfjährigen vor Gericht

Nach einem Angriff auf einen 17-Jährigen muss sich ein 31-Jähriger unter anderem wegen Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung verantworten. (Symbolbild)
Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt (Symbolbild)
Monika Skolimowska/dpa

Ihre Tat hatte für Entsetzen in Frankreich gesorgt.
Wegen der mutmaßlich antisemitisch motivierten Vergewaltigung einer Zwölfjährigen müssen sich seit Mittwoch (11. Juni) drei Jugendliche vor einem Jugendgericht in Nanterre verantworten. Die Jungen waren zum Tatzeitpunkt zwölf und 13 Jahre alt. Nach Aussage des Mädchens beschimpften sie ihr Opfer als „dreckige Jüdin”, machten Anspielungen auf Israel und bedrohten sie mit dem Tod.

Jugendliche sollen Vergewaltigung gefilmt haben

Zwei der Jugendlichen sind der Gruppenvergewaltigung wegen Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft angeklagt, der dritte ist der Beihilfe angeklagt. Einer der drei hatte die Tat nach Aussage des Mädchens gefilmt. Nach Angaben der Polizei hatten die Jungen das Mädchen im Juni 2024 in einen nicht genutzten Raum in der Nähe des Geschäftsviertels La Défense gezerrt, dort beschimpft, geschlagen und zu Oralverkehr gezwungen.

Der bis Freitag dauernde Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Anwälte des Opfers und der Angeklagten wollten sich nicht in den Medien äußern.

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Junges Alter der Betroffenen schockiert

Der Fall hatte tiefe Bestürzung in der jüdischen Gemeinde Frankreichs und im ganzen Land ausgelöst, vor allem wegen des mutmaßlich antisemitischem Charakters und des jungen Alters der Betroffenen. Präsident Emmanuel Macron hatte Lehrer und Lehrerinnen aufgefordert, vor dem Hintergrund der Tat mit den Schülerinnen und Schülern über die Gefahren von Rassismus und Antisemitismus zu sprechen.

Die Zahl antisemitisch motivierter Straftaten in Frankreich war nach dem beispiellosen Überfall der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem Beginn des Gaza-Kriegs deutlich gestiegen. Nach Angaben des jüdischen Dachverbands Crif vervierfachte sich die Zahl solcher Taten innerhalb eines Jahres nahezu und stieg von 436 auf knapp 1700. (afp/lha)