Nach zahlreichen Listerien-Erkrankungen

Zusammenhang mit Todesfällen in Österreich? Milchprodukte zurückgerufen

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In Österreich werden einige Milchprodukte zurückgerufen - es besteht die Annahme, dass es durch Verunreinigungen bereits zu Todesfällen kam.
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Schon lange sollen österreichische Behörden den Spuren verschiedener Listerien-Erkrankungen nachgegangen sein, die mutmaßlich auf denselben Bakterien-Stamm zurückzuführen waren. Sogar Todesfälle habe es bereits gegeben. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse, die einen Produktrückruf zur Folge haben.

Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit greift ein

In Österreich geht die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) seit einiger Zeit einem heiklen Fall nach und hat jetzt einen Produktrückruf gestartet. Wie die Agentur auf ihrer Website schreibt, werden sämtliche Milchprodukte der Käserei Gloggnitz GmbH zurückgerufen. Begründet wird der Rückruf mit einer möglichen Gesundheitsgefahr aufgrund einer Kontamination mit Listeria monocytogenes, wie auf der Website zu lesen ist. Man rufe zum vorsorglichen Verbraucherschutz alle Kajmak-, Trinkjoghurt- und Frischkäse-Produkte zurück.

Wie unter anderem der österreichische „Kurier“ schreibt, sollen in den letzten drei Jahren acht Menschen an Listeriosen erkrankt sein – alle Erkrankungen seien auf ein und denselben Bakterien-Stamm zurückzuführen gewesen. In Folge einer solchen Erkrankung soll es sogar zu drei Todesfällen gekommen sein. Nun der Durchbruch: Man habe die Spur zur niederösterreichischen Käserei Glöggnitz zurückverfolgen können.

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Wie der „Kurier“ berichtet, soll die Käserei im August geschlossen gewesen sein, weshalb keine neuen Produkte in den Handel gekommen seien. Laut „Kurier“ vermute das Unternehmen, dass es in einem Wiener Balkan-Lokal zu Problemen gekommen sei, das von der Käserei beliefert werde. Denn Produktuntersuchungen hätten ergeben, dass neue Käserei-Erzeugnisse keine Auffälligkeiten aufweisen, wie ein Sprecher sagte.

Was sind Listerien?

Listeria monocytogenes oder einfach nur Listerien sind Bakterien und können eine sogenannte Listeriose zur Folge haben, wie die österreichische AGES erklärt. Weiter heißt es: Das hauptsächlich über kontaminierte Lebensmittel verbreitete Bakterium könne einem intakten Immunsystem nichts anhaben, daher verliefen zahlreiche Infektionen nur mit Durchfällen oder sogar gänzlich unbemerkt.

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Gefährlich können die Bakterien jedoch für immungeschwächte Menschen werden – wie beispielsweise ältere Personen oder Schwangere. Wie die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit schreibt, müssen invasive Krankheitsverläufe, bei denen das Bakterium außerhalb des Verdauungstrakts gestreut hat, antibiotisch behandelt werden. Im Rahmen einer invasiven Listeriose können Betroffene neben Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Fieber auch Hirn- oder Hirnhautentzündungen oder eine Sepsis entwickeln. Doch: Trotz Behandlung mit Antibiotika verliefen rund 30 Prozent der invasiven Listeriosen tödlich, so die Agentur. (vho)