"Freund und Helfer? Von wegen!"

„Sexbombe“! Polizist belästigt Frau (19) bei TikTok - jetzt ist er seinen Job los

Stadtpolizisten in Zürich
Zwei Stadtpolizisten in Zürich beobachten den Verkehr. (Foto: Motivbild)
ADB KR MAL8 MAL MAL, picture alliance/KEYSTONE, ALESSANDRO DELLA BELLA

von Jule Jänsch

„Sexbombe“ und „Männertraum“ – So hat ein Stadtpolizist aus Zürich eine 19-jährige Frau nach einem Einsatz per E-Mail bezeichnet. Sie veröffentlichte die Chats auf TikTok. Der Polizist ist jetzt seinen Job los.

Polizist schickt ihr sexistische Kommentare

Die junge Frau aus Wien war in Zürich zu Besuch und rief aus unbekannten Gründen die Polizei. Als der Beamte bei ihr eintraf und ihre Kontaktdaten aufnahm, ahnte die 19-Jährige noch nichts Böses. Doch kurz darauf habe er sie privat kontaktiert. „Zuerst dachte ich, er meint es nur gut und ist zuvorkommend, deshalb habe ich ihm auch auf die Mail geantwortet“, erklärt sie im Interview mit der Schweizer Zeitung „20 Minuten“. Doch schon die zweite Mail habe die Wienerin eines Besseren belehrt.

Darin bezeichnet der Polizist sie unter anderem als „Sexbombe“ und „Männertraum“. Er ging sogar noch weiter und unterstellte der 19-Jährigen, dass sie genau so auch von Anderen wahrgenommen werden wolle. Doch damit nicht genug: Der Polizist lästert in der Mail auch noch über seine Kolleginnen, die niemand „auch nur mit dem Stock anfassen“ würde. „Die Polizei, dein Freund und Helfer – von wegen!“, sagt die Wienerin über das Erlebnis in Zürich. Sie sucht den Weg in die Öffentlichkeit und postet die Chats auf ihrem TikTok-Profil.

Polizist verlässt freiwillig den Dienst

Für den Beamten hatte der Vorfall offenbar Folgen: „Der Mitarbeiter hat sich in der Zwischenzeit dazu entschlossen, die Stadtpolizei Zürich per sofort zu verlassen,“ erklärt eine Sprecherin der Stadtpolizei Zürich auf Anfrage von RTL. Außerdem würden sie sich umgehend von dem Verhalten des Kollegen distanzieren. „Das entspricht in keiner Weise dem Standard, den wir von unseren Mitarbeitenden erwarten,“ so die Sprecherin weiter. Die Konsequenzen für sein Verhalten, trägt der Kollege jetzt wohl selbst.

Die 19-Jährige überrascht die Entscheidung des Ex-Beamten, erzählt sie „20 Minuten“. Sie findet, die Konsequenzen seien angebracht. Sie sei sich sicher, dass sie nicht die einzige Person war, die Opfer seiner Belästigungen wurde. Trotzdem habe sie Mitleid mit ihm. „Obwohl ich weiß, dass er sich die Kündigung selbst zu verdanken hat, habe ich nun ein schlechtes Gewissen.“