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Sexismus

Der Begriff Sexismus beschreibt eine Diskriminierung von Personen aufgrund ihres Geschlechts. Diese kann bewusst oder unbewusst stattfinden.

Sexismus picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/C. Ohde | McPHOTO/C. Ohde

Was bedeutet Sexismus?

Das Wort Sexismus ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl einzelner Phänomene. Sie alle beinhalten Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts. Dabei ist zunächst unwichtig, ob diese bewusst oder unbewusst geschehen. Diesen Diskriminierungen liegen unterschiedliche Vorstellungen von den Geschlechtern zugrunde. Dementsprechend setzt sich der Begriff Sexismus zusammen. Er leitet sich ab aus dem englischen Wort „sex“ für das biologische Geschlecht und der Nachsilbe -ismus. Diese Silbe wird vielen Begriffen angehängt, die bestimmte gesellschaftliche Verhältnisse, Ideen, Meinungen oder Lehren wiedergeben.

Wie äußert sich Sexismus?

Da in den meisten Gesellschaften Männer dominierend sind, äußert sich Sexismus meist gegenüber Frauen. Aber auch Trans*personen und Intersexuelle sind davon betroffen. Dies liegt vor allem daran, dass diese Personen sich schwer für Menschen einordnen lassen. Noch immer dominiert die Vorstellung von zwei Geschlechtern in der Gesellschaft. Allgemein bezeichnet Sexismus eine Abwertung von Weiblichkeit. Zwar betrifft er alle Geschlechter, da sie bestimmten Vorstellungen unterliegen, doch Frauen deutlich stärker. Sie haben weniger Macht inne.

Die Geschichte des Sexismus

Obwohl die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts kein neues Phänomen ist, wird der Begriff noch nicht lange verwendet. Im Jahr 1907 sprach die Frauenrechtlerin Käthe Schirmacher das erste Mal von „Sexualismus“. Sie bezog sich hier auf sogenannte „Geschlechtsvorurteile in der Sprache“. Der Begriff Sexismus entwickelte sich jedoch erst später. Er leitet sich aus dem englischen Wort „sexism“ ab. Dieses tauchte das erste Mal in den 1960er Jahren in den USA mit der stärker werdenden Frauenbewegung auf. In den 1970er Jahren fanden die ersten wissenschaftlichen Abhandlungen zu diesem Thema statt und etablierten den Ausdruck weiter. Auch hier hatten die USA eine Vorreiterrolle inne. In Deutschland erreichte der Begriff erst später Bekanntheit.

Sexismus in Deutschland

Im Jahr 2006 wurde das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (kurz AGG) auf den Weg gebracht. Es soll eine Benachteiligung aufgrund von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, Alter oder Sexualität beseitigen oder verhindern. Dieses Gesetz erkannte Sexismus als Phänomen an und erklärte ihn zu einer gesellschaftlichen Tatsache. Ziel ist es, diese aufzulösen. Doch wie Zahlen und Befragungen zeigen, sind noch immer viele Unterschiede zwischen den Geschlechtern in den Köpfen der Menschen verankert.