Für tausende Tote in Bolivien

Zu viele Corona-Tote: Mobile Einäscherung soll helfen

14. August 2020 - 0:06 Uhr

Das Coronavirus hat auch das südamerikanische Land Bolivien hart getroffen. Von den rund 11,3 Millionen Einwohnern, haben sich über 95.000 Menschen nachweislich mit Corona angesteckt, fast 4.000 sind bereits gestorben. Die Friedhöfe und Bestattungsunternehmen haben Schwierigkeiten, sich um die vielen Corona-Toten zu kümmern. Damit die Toten nicht am Wegesrand liegen bleiben, haben Ingenieure jetzt ein Krematorium zum Fahren entwickelt. 

Wie das funktioniert, das zeigen wir Ihnen in unserem Video.

Krematorium beweglich, wie ein Laptop

Die Situation in Bolivien ist dramatisch. Die Krankenhäuser sind ausgelastete und es gibt kaum noch Platz auf den Friedhöfen für die zahlreichen Corona-Toten. Der bolivianische Ingenieur Carlos Ayo kam deshalb auf die Idee, ein fahrendes Krematorium zu entwickeln. Es sollte sich so leicht wie ein Laptop bewegen lassen, wie er im Interview mit Euronews erzählt. Es ist eine praktische Alternative, viele Menschen leben mit Leichen in ihren Häusern, die dann später auf der Straße landen und am Straßenrand verbrannt werden, so der Ingenieur. 

Fahrendes Krematorium ermöglicht auch armen Familien eine Beerdigung

Ziel sei es, an verschiedene Orte zu wechseln. Der fünfmal zweieinhalb Meter große Ofen passt auf einen Anhänger und kann so zu den Toten transportiert werden, statt die Toten zum Krematorium. Das Angebot wird gut angenommen. Der Ofen wird mit Flüssiggas betrieben und macht auch ärmeren Familien eine Bestattung ermöglichen. Mit dem mobilen Krematorium kostet eine Einäscherung ungefähr 30 Euro.