Dermatologen warnen vor falscher Handhygiene

Immer mehr Ekzeme: Desinfizieren oder Händewaschen?

Zu viel Hände waschen führt zu trockener und entzündeter Haut.
Zu viel Hände waschen führt zu trockener und entzündeter Haut.
© iStockphoto, iStock, ablokhin

12. April 2021 - 11:49 Uhr

Zu viel Seife macht kranke Hände

Kennen Sie das auch? Viele Menschen klagen über trockene, rissige und sogar entzündete Haut - besonders an den Händen. Wegen Corona waschen wir uns die ja auch ständig. Und das hat Folgen für die Haut: Zuviel Seife macht sie krank. Darauf weisen jetzt Dermatologen hin.

Lieber Desinfektionsmittel

Ständiges Händewaschen mit Seife in der Corona-Pandemie hat zu mehr Handekzemen geführt. Darauf weist die Deutsche Dermatologische Gesellschaft hin und empfiehlt, lieber zu Desinfektionsmittel zu greifen. "Die empfohlenen intensivierten Maßnahmen der Handhygiene bergen ein nicht unerhebliches Gesundheitsrisiko für die Entstehung von Handekzemen", sagte der Sprecher der Gesellschaft, Peter Elsner von der Uniklinikum Jena der Deutschen Presse-Agentur.

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Besonders gefährdet im Medizin-Sektor

Rückmeldungen aus Hautarztpraxen und -kliniken zeigten, dass die Zahl der Patienten mit solchen Beschwerden seit einem Jahr steige, sagte Elsner. Besonders gefährdet seien Menschen im Medizin-Sektor: Bei einer Befragung von über 100 Beschäftigten des Universitätsklinikums München klagten 90 Prozent über die Symptome eines Handekzems wie Trockenheit, Rötung, Jucken, Brennen, Schuppen oder Risse.

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Seifen lösen die Fette aus der Haut

"Natürlich gelten in der Pandemie die AHA-Regeln", betonte Elsner, "aber für eine gesunde Haut ist desinfizieren besser als einseifen". Seife löse die Fette aus der Haut, die natürliche Barriere des Körpers werde zerstört.

Die Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema Infektionsschutz lesen sich anders: "Viele Infektionskrankheiten werden über die Hände übertragen", heißt es auf den Infoseiten. "Händewaschen ist eine einfache und wirksame Maßnahme, die vor einer Ansteckung schützen kann." Gerade in Zeiten von Krankheitswellen sei das besonders wichtig.

Quelle: dpa

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