Passanten fanden ihre Leichenteile in einem Koffer am Weserufer

Zerstückelt und in Fluss geworfen: Ehemann von Ekaterina (†32) vor Gericht

Ekaterina B. wurde tot aufgefunden. Ein Passant fand ihre Leichenteile in einem Koffer.
Ekaterina B. wurde tot aufgefunden. Ein Passant fand ihre Leichenteile in einem Koffer.
Privat/ Polizei Bremerhaven

von Thees Jagels und Carmen Gocht

Der Angeklagte Walter B. betritt den Gerichtssaal. Er trägt am Ringfinger seiner rechten Hand einen golden Ring. Hat er seinen Ehering noch nicht abgelegt? Seine Frau Ekaterina soll der 46-Jährige Anfang Februar ermordet haben. Jetzt muss er sich vor dem Landgericht Bremen verantworten.

Der Angeklagte Walter B. trägt an seiner rechten Hand einen goldenen Ring.
Der Angeklagte Walter B. trägt an seiner rechten Hand einen goldenen Ring.
RTL Nord

Ekaterina wollte sich offenbar scheiden lassen

Ekaterina (†32) war Mutter einer mittlerweile fünfjährigen Tochter.
Ekaterina (†32) war Mutter einer mittlerweile fünfjährigen Tochter.
privat

Ekaterina aus Bremerhaven-Wulsdorf wurde seit dem 4. Februar 2021 vermisst. Die Polizei bittet damals die Bevölkerung um Mithilfe. Die Mutter einer fünfjährigen Tochter scheint spurlos verschwunden. Eine groß angelegte Suche mit Spürhunden bleibt erfolglos. Ihre Mutter Svetlana wendet sich damals an RTL und erhebt auch Vorwürfe gegen Ekaterinas Noch-Ehemann. In der Beziehung soll es schon lange gekriselt haben, Ekaterina wollte sich offenbar trennen. Rund vier Wochen nach Ekaterinas Verschwinden finden Passanten ihre Leiche in einem Koffer.

Ihr Ehemann soll sie mit bloßen Händen erstickt haben

Laut Anklage soll der 46-Jährige seiner Frau Anfang Februar in Bremerhaven Beruhigungsmittel gegeben haben. Anschließend soll er sich Handschuhe angezogen und die 32-Jährige erwürgt haben. Laut Staatsanwaltschaft mit der Absicht das alleinige Sorgerecht für die gemeinsame Tochter zu bekommen. Denn Ekaterina soll einen neuen Lebenspartner in Sankt Petersburg gehabt haben, zu dem sie offenbar auch ziehen wollte. Walter B. soll anschließend die Leiche zerteilt und in Plastikfolien und Müllsäcke gepackt haben. Die Überreste von Ekaterina steckte der Deutsche laut Anklage in einen Reisekoffer, den er schließlich in einen Fluss warf der Zulauf zur Weser hatte. Der Reisekoffer mit den sterblichen Überresten der 32-Jährigen war Anfang März am Weserufer in der Nähe des Sail-City Hotels gefunden worden.

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Ekaterinas Mutter, Halbbruder und ihre Tochter sind Nebenkläger

Ekaterinas Mutter Svetlana ist beim Prozessauftakt noch nicht dabei. Sie lebt in Sankt Petersburg, hat aber mittlerweile ein Visum. Sie wird an den späteren Verhandlungstagen teilnehmen, denn sie ist auch als Zeugin geladen. Von ihrem Anwalt heißt es heute, dass Sie erleichtert sei, dass der Prozess endlich startet und dass sie sich Antworten auf viele Fragen erhofft, die sie zum Tod ihrer Tochter hat. Ekaterinas Halbbruder lebt auch in Sankt Petersburg und hat bisher kein Visum bekommen, er fordert laut seines Anwalts eine gerechte Strafe für den Mörder seiner Schwester. Auch Ekaterinas fünfjährige Tochter wird von einem Anwalt als Nebenklägerin vertreten. Ihr Vater Walter B. – der mutmaßliche Mörder ihrer Mutter – will sich laut seines Anwalts nicht zu der Tat äußern. Auch deshalb sind viele Prozesstage angesetzt. Ein Urteil soll im März 2023 fallen.