Aktivisten von Fridays for Future

Bis 2035 wollen sie bleiben: Klimacamp am Rathaus Hannover

Mit großen Bannern und Plakaten machen die Klimaschützer vor dem Rathaus Hannover auf sich aufmerksam.
Mit großen Bannern und Plakaten machen die Klimaschützer vor dem Rathaus Hannover auf sich aufmerksam.
© dpa, Moritz Frankenberg, mof jai

22. Juli 2021 - 8:52 Uhr

Einsatz für mehr Klimaschutz

Sie sind gekommen, um zu bleiben: Seit über einer Woche demonstrieren meist junge Aktivisten in einem Klimacamp neben dem Rathaus in Hannover für mehr Klimaschutz. Ziel sei, für konsequentes politisches Handeln einzutreten. Etwa 20 Menschen hielten sich durchgehend in dem Camp mit rund einem Dutzend Zelten auf, sagte eine Sprecherin von Fridays for Future in Hannover. Das Motto sei: "Wir bleiben, bis die Politik handelt."

Unterstützung vom grünen Oberbürgermeister

Angemeldet sei das Camp bis Ende 2035, bis dahin sollten Region und Stadt Hannover klimaneutral sein. Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) betonte, er habe den Aktivisten seine Unterstützung zugesagt.

Onay sagte: "Ich freue mich darüber, dass sich junge Menschen in Hannover für eine bessere Zukunft engagieren und direkt vor dem Rathaus ein deutliches Zeichen setzen." Klimaschutz sei eine der größten Herausforderungen. Hannover versuche Antworten zu finden - etwa mit einem baldigen Kohleausstieg und der angestrebten Klimaneutralität der Stadt ab 2035.

Druck auf Politik ausüben

21.07.2021, Niedersachsen, Hannover: Teilnehmer vom Protestcamp der Bewegung «Fridays for Future» im Maschpark unterhalten sich. Die Umweltaktivisten fordern mehr Einsatz für den Klimaschutz. Foto: Moritz Frankenberg/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Umweltaktivisten campen vor dem Rathaus für mehr Klimaschutz.
© dpa, Moritz Frankenberg, mof jai

Die Sprecherin des Camps betonte dagegen, bisher gebe es keine ausreichenden Maßnahmen, die Politik sei den Forderungen der Aktivisten nicht nachgekommen. Von der Stadt und der Region fordern die Demonstranten, das Kohlekraftwerk in Hannover spätestens 2026 abzuschalten. Außerdem solle der Klimaschutz eine größere "finanzielle Priorität" erhalten. Zehn Prozent des Haushalts der Region sollten in Klimaschutzmaßnahmen fließen.

"Wir können nicht anders, als mit unserem Klimacamp jeden Tag Druck auf die Politik auszuüben. Durch ihre Untätigkeit wird unsere Zukunft verspielt", sagte der 16 Jahre alte Aktivist Matteo. Nach Angaben der Landeshauptstadt handelt es sich bei dem Protestcamp im Maschpark um eine von der Stadt genehmigte Kundgebung, die vom 8. bis zum 31. Juli dauert.

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Klimacamp in Bremen trotz Beschwerde

In Bremen campen bereits seit Ende April Aktivisten vor dem Rathaus. Das Innenressort hatte dagegen zunächst Beschwerde beim Verwaltungsgericht, wenig später beim Oberverwaltungsgericht einlegt. Der Grund sei vor allem das Übernachten in den Zelten gewesen. Doch beide Gerichte entschieden, dass auch das Zelten von der Versammlungsfreiheit gedeckt sei. Bis Ende Juli dürfen die Aktivisten bleiben. (dpa/mba)

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