Zu viele Wildtiere in Tierheimen wegen Corona

Woran erkenne ich, ob Wildtiere wirklich Hilfe brauchen?

13. Juni 2020 - 9:50 Uhr

Coronavirus bringt mehr Wildtiere in die Tierheime

Ob Kaninchen, Eichhörnchen oder Vögel: Gerade werden besonders viele Wildtiere besorgt abgegeben. Weil mehr Leute im Homeoffice arbeiten, gibt es weniger Berufsverkehr und die Tiere trauen sich weiter in die Städte, erklärt Sven Fraaß vom Tierheim Süderstraße. In dem Hamburger Tierheim sind es aktuell sogar doppelt so viele Wildtiere wie im letzten Jahr. Auch weil die Menschen aktuell mehr spazieren gehen und dabei immer wieder Tiere entdecken, die anscheinend Hilfe brauchen. Doch oft ist das ein Irrtum.

Den häufigsten Fehler, den Leute bei der Tierrettung machen, zeigen wir im Video.

Hilfe in der Not oder "Kindesentführung"?

Sven Fraaß freut sich über aufmerksame Spaziergänger, bittet jedoch darum, nicht vorschnell zu handeln. "Die Krux ist, dass die meisten Menschen es sehr gut meinen mit den Tieren, aber ihre Hilfe vorschnell ist. Die Tiere wirken hilfsbedürftig – sind es aber gar nicht. So, dass es dann eigentlich zu Kindesentführungen kommt, die es nicht dem Tier nur schwerer machen. Sondern auch uns und die vielleicht im schlimmsten Fall sogar zum Tode führen könnten."

Wer ein hilflos wirkendes Wildtier findet, sollte deshalb:

  • Abstand halten
  • Das Tier nicht füttern
  • Beobachten
  • Rat holen beim Experten

Wo kann ich anrufen? Was muss ich wissen?

Dafür haben lokale Wildtierhilfen oder lokale Tierheime häufig Notrufnummern eingerichtet. Suchen Sie im Internet nach dem Ansprechpartner in Ihrer Region. Der Experte kann durch Ihre Beschreibung am Telefon dann einschätzen, ob das Tier Hilfe braucht oder nur hilflos aussieht. Dafür sollten Sie folgendes beobachtet haben: Sind Elterntiere in der Nähe? Ist das Tier verletzt oder in akuter Gefahr durch einen Angreifer?

Transport-Tipps: Denken Sie an Luftlöcher!

Folgen Sie dann den Anweisungen des Experten.

Wenn Sie das Tier transportieren sollen, können diese Tipps der Tierrechtsorganisation Peta helfen:

Leiten Sie das Tier mit einem Handtuch oder Netz bei schwierig zu fangenden, verletzten Vögeln oder einem Besen vorsichtig in eine Transportbox. Das sollte auf jeden Fall Luftlöcher haben. Ob die Box aus Plastik oder Pappe ist, macht dabei keinen Unterschied. Tragen Sie zu ihrem eigenen Schutz Handschuhe.