Experten warnen: Nicht unnötig einschreiten!

Woran erkenne ich, ob ein Igel Hilfe braucht?

Woran erkennt man einen kranken Igel?
Woran erkennt man einen kranken Igel?
© iStockphoto, Dieter Meyrl

26. November 2020 - 14:28 Uhr

Falsch verstandene Tierliebe wird für Igel häufig zum Problem

Sie haben einen Igel in Ihrem Garten entdeckt, der wirkt, als könnte er Hilfe brauchen? Experten raten: Beobachten Sie das Tier zunächst eine Zeit lang aus der Ferne und schreiten Sie nur ein, wenn Sie sich sicher sind, dass es wirklich krank oder in Not ist.

Jungtiere nicht von der Mutter trennen

"Zu viele Tiere werden zu uns gebracht, obwohl das nicht nötig wäre", sagt Bärbel Rogoschik vom Artenschutzzentrum des Naturschutzbundes (Nabu) in Leiferde. Das Problem: "Viele Menschen können nicht einschätzen, wann ein Igel hilfsbedürftig ist." Wenn sehr junge Igel alleine im Wald oder Garten entdeckt werden, wirkt das auf viele Menschen so, als würden sie hilflos und von ihrer Mutter getrennt um ihr Überleben bangen, wie Nabu-Sprecher Philip Foth erläutert. Das sei in der Regel aber nicht der Fall. Eher gilt das Gegenteil. "Wer die Tiere dann mitnimmt, trennt sie oft unnötig von der Mutter", ergänzt Rogoschik. Die Tatsache, dass die Igel noch sehr klein sind, ist ihr zufolge kein ausreichendes Anzeichen dafür, dass sie auch krank sind.

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So erkennen Sie einen Igel in Not

Die Tierschutzeinrichtung appelliert, erst zu handeln, wenn Igel auf der Seite liegen oder sich sehr kalt anfühlen. "Wenn sie bluten oder Fliegeneier am Körper haben, kann ein Tierarzt aufgesucht werden", sagt Zentrumsleiterin Rogoschick. Kommen die Igel nach Leiferde, werden sie aufgepäppelt und schnellstmöglich ausgewildert. Laut Rogoschik kümmert sich das Zentrum um etwa 240 Stacheltiere jährlich.

"Das Einsammeln junger Igel ist ein Zeichen falsch verstandenen Tierschutzes und ein klarer Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz", betont Nabu-Sprecher Foth. Ganze Igelfamilien würden so auseinandergerissen. Dabei sei es im Herbst wichtig, dass die Tiere nicht gestört würden, damit sie sich vor dem Winter genügend Fettreserven anfressen könnten.

"Der Igel ist kein Haustier. Er möchte nicht bei uns Leben", sagt Rogoschik. Einige Menschen würden die Tiere erst mit nach Hause nehmen, später aber nach Leiferde bringen. "Dann haben sie gemerkt, dass der Igel stinkt oder sie in den Urlaub wollen".

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So helfen Sie Igeln über den Winter

Es gibt aber auch ganz einfache Möglichkeiten, Igeln zu helfen: "Das bereits gefallene Laub sollte einfach liegen gelassen werden", nennt Nabu-Sprecher Foth als Beispiel. Die Laubhaufen seien ideale Behausungen gerade zur Jungenaufzucht.

Was Sie außerdem tun können, um Igel beim Überwintern zu unterstützen, das können Sie hier nachlesen.

Quelle: dpa

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