Nawalny leakt neue Fotos

Putin hatte Striptease-Stange in seinem Protz-Palast

Putins Protz-Palast mit Strip-Stange
Putins Protz-Palast mit Strip-Stange
© FBK / Nawalny / Montage: RTL

22. Februar 2022 - 10:59 Uhr

Er ist 39 Mal so groß wie Monaco, wird vom Geheimdienst FSB bewacht und liegt in einer Flugverbotszone: Wladimir Putins Palast an der Küste des Schwarzen Meeres. Der inhaftierte Regimekritiker Alexej Nawalny veröffentlicht jetzt hunderte Fotos, die das Innere des Palastes zeigen. Ein Detail fällt besonders ins Auge: Offenbar hatte sich Putin seinen eigenen Strip-Club bauen lassen.

Aufnahmen stimmen mit Computeranimation überein

Die Aufnahmen zeigen auch eine Strip-Stange in Putins Palast
Die Aufnahmen zeigen auch eine Strip-Stange in Putins Palast
© FBK / Nawalny

Nawalny hatte vor rund einem Jahr einen Film mit Bauplänen des Protz-Palastes veröffentlicht. Darauf basierend zeigten Computeranimationen die Ausstattungen der Räume – jetzt geleakte Aufnahmen zeigen: Die Animationen kommen überraschend oft sehr nah an die Realität heran.

Bei Räumlichkeiten, die in den Plänen zum Palast mit weniger Details versehen waren, hat das Nawalny-Team den Hang des russischen Präsidenten zu Gold und Holztäfelungen allerdings unterschätzt. Vor allem die Ausgestaltung der sogenannten Shisha-Bar übertrifft die wildesten Fantasien: "Wir haben uns nach bestem Gewissen bemüht diesen Raum so geschmacklos wie möglich zu gestalten. [...] Doch diesen Aladdin-Tempel konnten wir uns schlicht nicht vorstellen", erklärt Nawalny-Unterstützerin Maria Pewtschich. "Wir haben schon an den Stil à la tausend und eine Nacht gedacht. Aber das?"

Was jedoch auf den Fotoaufnahmen und den Bauplänen exakt übereinstimmt, ist die generelle Anordnung der Möbel und Bauelemente: von der Platzierung der TV-Bildschirme bis hin zu der Position der Türrahmen und der Pole-Stange.

Ein teurer Geschmack

Es ist ein Palast der Superlative: Ausgestattet mit Extravaganzen wie einer unterirdischen Eishockey-Halle, Kasino, zwei Theater, einem Amphitheater, einer Orangerie und einer Aqua-Diskothek. Das ließ sich Putin einiges kosten – umgerechnet über eine Milliarde Euro soll der Prunkbau gekostet haben. Finanziert aus undurchsichtigen Quellen. Nawalny behauptet, dass dafür sogar staatliche Gelder verwendet wurden. Offiziell als Besitzer eingetragen ist übrigens nicht Putin selbst, sondern der Oligarch Arkadi Rotenberg – ein Vertrauter von Putin. Putin selbst bestreitet, dass ihm der Palast gehört.

Lese-Tipp: Hier erfahren Sie mehr zu den Hintergründen des Palastes.

Ein Gang durch den Palast zeigt Gold, wohin das Auge reicht. Die Sehnsucht nach der Zarenzeit ist bei Putin offenbar so groß, dass sein Lesezimmer verdächtig an den großen Thronsaal im Winterpalast in Sankt Petersburg erinnert. Auch dieser ist ganz in Weiß und Gold gehalten. Der doppelköpfige Adler, das offizielle Emblem und Wappen Russlands, ziert unzählige Male den Lesesaal. Dieses Motiv zieht durch die gesamte Anlage.

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Links im Bild die Computer-Grafik des Nawalny-Teams, rechts eine Fotoaufnahme: Die Rekonstruktion des sogenannten Lesezimmers entspricht dem Original fast eins zu eins.
Links im Bild die Computer-Grafik des Nawalny-Teams, rechts eine Fotoaufnahme: Die Rekonstruktion des sogenannten Lesezimmers entspricht dem Original fast eins zu eins.
© FBK / Nawalny

Auch die Rekonstruktion des Hauptschlafzimmers sieht der Realität frappierend ähnlich. Die massiven Holzmöbel eines italienischen Luxus-Möbelbauers stehen genau da, wo sie laut dem Bauplan stehen sollten. Sogar die Tischlampe ist dieselbe.

Das Hauptschlafzimmer des Palasts: links die Computer-Rekonstruktion, rechts eine Fotoaufnahme
Das Hauptschlafzimmer des Palasts: links die Computer-Rekonstruktion, rechts eine Fotoaufnahme
© FBK / Nawalny

Gebäude wurde kernsaniert

Als Nawalny vor einem Jahr seinen Film veröffentlichte, war von dem Glanz und Gloria auf dem Anwesen nicht mehr viel zu sehen. Ein massiver Schimmelbefall zwang die Erbauer zu einer Kernsanierung. Baugerüste und nackte Betonwände zierten statt Goldadler und Holzvertäfelungen zu diesem Zeitpunkt den Palast: Im russischen Staatsfernsehen führte man die endlosen grauen Korridore vor – in dem Versuch Nawalny Lügen zu strafen. Doch die Fotos zeigen, wie detaillgetreu die Animation von Nawalnys Team waren.

Hinweis: Dieser Artikel von Ellen Ivtis erschien zuerst an dieser Stelle bei stern.de. (rcl)

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