Wilde Wochen

Corona-Ärger holt die Bayern ein

25. November 2021 - 10:20 Uhr

Wendungsreicher Corona-Herbst für den FC Bayern

Der Corona-Schrecken hält die Bayern weiter im Atem. Am Mittwoch kamen mit Joshua Kimmich und Eric Maxim Choupo-Moting zwei weitere prominente Corona-Fälle dazu. Gerät die Saison des Meisters ernsthaft in Gefahr?

Corona-Infektion bei Kimmich

Die Negativschlagzeilen für den FCB reißen derzeit einfach nicht ab. Das Corona-Thema fällt dem Club voll auf die Füße – die Bayern sind aktuell so etwas wie der unrühmliche "Corona-Meister". Nach Impf-, Quarantäne- und darauf folgenden 2G- und Gehaltskürzungsdebatten gab es nun zwei weitere Hiobsbotschaften: Neben Stürmer Eric Maxim Choupo Moting ist auch Joshua Kimmich positiv auf das Virus getestet worden. Ein weiterer Twist in diesem unschönen Plot, der seit dem Herbst an der Säbener Straße zu beobachten ist. Ruhe will einfach nicht einkehren.

Wochenlang überlagerte die Debatte um den ungeimpften Kimmich die sportlichen Auftritte der Bayern. In diesem Kontext war der FCB – bis auf die Peinlich-Pleite im Pokal gegen Gladbach – soweit im Soll. Tabellenführer, klar. In der Liga und der Champions-League-Gruppe.

Corona-Chaos an der Säbener Straße

Doch dann ging der Corona-Ärger erst richtig los. Zuletzt mussten gleich fünf (damals noch ungeimpfte) Spieler in Quarantäne, verpassten Bundesliga- und Champions-League-Partien. Kimmich traf die Isolation direkt doppelt – erst nach dem positiven Fall von Teamkollege Niklas Süle und kurz darauf als Kontaktperson einer weiteren infizierten Person aus dem privaten Umfeld. Als Ungeimpfter konnte er sich nicht aus der Quarantäne freitesten.

Die Folge: Angeblich wollte der FC Bayern seinen Spielern für die Zeit der Quarantäne wegen der Nicht-Impfung das Gehalt streichen. Gleichzeitig gab es klare Signale aus der Politik. 2G sei auch für den Profifußball sinnvoll, sagte Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn. Im Club wurde nach eigenen Aussagen viel über das Thema Impfen diskutiert. Leroy Sane trommelte auf einer PK für die Immunisierung. Serge Gnabry und Jamal Musiala sollen sich auch schon den ersten Pieks abgeholt haben.

Nun aber der positive Test für Kimmich. Das bedeutet: Eine Impfung ist erstmal vom Tisch. Und: Ab dem Tag des positiven Ergebnisses muss Kimmich zwei Wochen in Isolation – kann sich erst dann mit negativem PCR-Test freitesten. Er verpasst damit auf jeden Fall das Bundesligaspiel gegen Arminia Bielefeld am kommenden Samstag und aller Voraussicht nach auch das Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund am 4. Dezember. Ausgerechnet im wohl wichtigsten Spiel der Hinrunde fehlt den Bayern also der Mittelfeldmotor. Und der BVB ist alles andere als distanziert, liegt nur einen Zähler hinter den Bayern. Eine Niederlage im Gipfeltreffen könnte den ohnehin angeknacksten Rhythmus des Teams stören. Durch die vielen Ausfälle musste Coach Julian Nagelsmann zuletzt viel improvisieren.

Schon das Spiel gegen den FC Augsburg am vergangenen und die peinliche 1:2-Pleite haben aufgezeigt, dass Ausfälle ernste Folgen auf dem Rasen haben können. Einen Verstolperer wie gegen den FCA können sich die erfolgsverwöhnten Bayern noch leisten, aber gleich mehrere?

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Ausgerechnet vor der Trendwende

In der Königsklasse ist das Ticket für das Achtelfinale immerhin schon gelöst. Das letzte Gruppenspiel gegen den FC Barcelona am 8. Dezember hat sportlich keine Bedeutung mehr. Selbst für diese Partie dürfte Kimmich aber noch fraglich sein. Spielpraxis? Fehlanzeige.

Dabei hatte sich zuletzt eine Trendwende abgezeichnet. Stunden vor der Bekanntgabe der Infektion, hatte die Nachricht die Runde gemacht, dass Kimmich doch ernsthaft über eine Impfung nachdenke. Bundestrainer Hansi Flick sagte am Mittwoch: "Ich denke, dass es bei Jo in die Richtung geht, dass er sich impfen lässt. Es ist in Zukunft auch nicht mehr anders möglich, denke ich."

Daraus wird nun erst mal nichts. Doch auch die Nationalelf könnte das Thema Kimmich wieder einholen. Ein halbes Jahr lang wird Kimmich laut Robert-Koch-Institut (RKI) nach der überstandenen Infektion mindestens als immunisiert gelten. Anschließend empfiehlt das RKI eine Impfung. Vor der WM in Katar (Start 21. November) könnte das Corona-Thema also erneut aufploppen. Bei den Bayern und dem DFB. (msc)