Woher die beunruhigenden Träume kommen - und wie Sie sie loswerden

Wieso leiden Frauen in der Schwangerschaft so oft unter Albträumen?

In der Schwangerschaft werden viele werdende Mütter von Albträumen geplagt.
In der Schwangerschaft werden viele werdende Mütter von Albträumen geplagt.
© iStockphoto, DjelicS

03. August 2021 - 10:50 Uhr

Schwangere Yeliz Koc leidet unter Albträumen - und damit ist sie nicht allein

Ex-Bachelor-Kandidatin Yeliz Koc (27) ist in der 29. Schwangerschaftswoche und auch wenn sie sich unendlich auf ihr Töchterchen freut: Die Schwangerschaft geht nicht spurlos an der Mama in spe vorbei. Bei Instagram verriet sie kürzlich, sie habe große Probleme dabei, nachts zur Ruhe zu kommen: "Die Übelkeit ist leider wieder schlimmer geworden. Nachts komme ich auch kaum zum Schlafen. Ich schlafe nicht richtig ein und wenn ich mal einschlafe, werde ich von Albträumen geweckt." Und mit diesem Problem ist sie nicht alleine: Auch DSDS-Star Sarah Engels und Reality-TV-Star Georgina Fleur sind schwanger und klagen ebenfalls über Albträume. Wie kommt es, dass Frauen während der Schwangerschaft oft beunruhigende Träume haben? Die systemische Familienberaterin Ruth Marquardt klärt auf.

Kommen Albträume während der Schwangerschaft tatsächlich vermehrt vor?

In der Tat berichten viele werdende Mütter vermehrt von Albträumen während der Schwangerschaft, bestätigt uns auch Ruth Marquardt. "Laut einer aktuellen Studie leiden knapp 60% der Schwangeren und 70% der frisch gebackenen Mütter unter Albträumen und Angst beim Aufwachen", so die Familientherapeutin. Genau erforscht sei der Grund dafür jedoch bisher noch nicht. "Mediziner gehen davon aus, dass es auf körperlicher Ebene einen Zusammenhang zwischen verändertem Hormonhaushalt und Albträumen gibt."

Denn der weibliche Hormonspiegel, so Marquardt, verändere sich während der Schwangerschaft. Frauen erlebten ihren Körper dadurch ganz neu. "Plötzlich mögen wir bestimmte Gerüche nicht mehr, die uns vorher gut getan haben, wir schmecken anders. Der eigene Körper verändert sich."

Auch die Sorgen im Alltag sind auf einmal ganz andere: "Viele Fragen prasseln jetzt auf die werdende Mutter ein - und unser Unterbewusstsein hat noch mehr als bislang zu verarbeiten", sagst die Familientherapeutin. "Wird mein Kind gesund sein? Werde ich der neuen Rolle als Mutter gerecht? Wie verändert ein Kind unsere Partnerschaft? Wie schaffe ich es als Alleinerziehende, für mich und mein Kind zu sorgen?" All das könne dazu führen, so Ruth Marquardt, dass unser Unbewusstes seinen ganz eigenen Weg einschlägt, diese Fragen zu verarbeiten und uns auch angstvolle Träume bereitet.

Lese-Tipp: Traumdeutung: Warum Ihnen die Zähne ausfallen und Sie oft im Traum fallen

Können werdende Mütter etwas dagegen tun?

Die gute Nachricht: Auch wenn wir Albträume nicht gänzlich vermeiden können, gibt es dennoch Einschlafrituale, die sie unwahrscheinlicher machen. "Vor dem Schlafengehen kann es hilfreich sein, für sich selbst gut zu sorgen: Schöne Musik zu hören, ein Bad zu nehmen oder ein schönes Hörbuch zu hören, schöne Dinge des Tages zu notieren oder sich mit positiven inneren Bildern zu beschäftigen, beispielsweise mit einer geführten Meditation", sagt Ruth Marquardt. Alles, was der werdenden Mutter guttut, könne auch das Träumen positiv unterstützen. Machen Sie sich schöne Gedanken vorm Schlafengehen: Was wünschen sich sich für das neue Leben mit Baby? Wie stellen Sie sich das vor, wenn sie nach der Geburt Ihr Kind zum ersten Mal im Arm halten? "Gefühle wie Freude, Liebe oder Dankbarkeit, eine innere liebevolle Zwiesprache stärken Mutter und Kind", so die Familientherapeutin weiter.

Auch Handy- oder Tablet-Nutzung sollten vor dem Einschlafen nach Möglichkeit nicht mehr genutzt werden, wenn Sie ruhig in den Schlaf finden wollen. "Das hat damit zu tun, dass unsere smarten Geräte ein blaues Licht ausstrahlen, das die Bildung des Schlafhormons Melatonin hemmt", erklärt Ruth Marquardt.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Albträume sind auch nur Träume

Denken Sie immer daran: Albträume sind auch nur Träume und bilden nicht die Realität ab! "Wenn es dann angstvolle Gefühle gibt, die auftauchen, ist das in Ordnung", bestätigt uns auch Ruth Marquardt. "Sie gehen vorbei – wenn wir nicht zu lange darüber grübeln." Lassen Sie den Traum nach dem Aufwachen kurz Revue passieren, sprechen Sie vielleicht gemeinsam mit dem Partner oder einer anderen vertrauten Person darüber - und lassen sie ihn dann ziehen. "Wie eine Wolke an einem Sommerhimmel", rät Ruth Marquardt. (dhe)