Job-Auszeit fürs Baby

Doppelt so viele Langzeit-Hausmänner seit 2015

Vorlesen vom entspannten Papa in der Elternzeit steht in immer mehr Haushalten auf der Tagesordnung.
Vorlesen vom entspannten Papa in der Elternzeit steht in immer mehr Haushalten auf der Tagesordnung.
© dpa, Patrick Pleul, pp_ae

11. Mai 2021 - 11:06 Uhr

Elterngeld-Statistik: Jeder vierte Elterngeld-Bezieher war 2020 männlich

Windeln wechseln statt Konferenzen führen – die Auszeit vom Job ist auch für Väter immer häufiger eine Option nach der Geburt ihres Nachwuchs. Knapp 500.000 Männer haben sich 2020 bewusst für das Elterngeld entschieden, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Somit war jeder vierte Elterngeldbeziehende (25 %) im vergangenen Jahr männlich – im Jahr 2015 war es noch jeder fünfte (21 %).

Kurze Auszeit am beliebtesten - aber Zahl der Langzeit-Papas steigt!

ARCHIV - 20.06.2018, Dresden: Ein Mann hält ein Baby auf dem Arm. (zu dpa "Familienministerin will Unterhalt für Trennungskinder neu ordnen") Foto: Monika Skolimowska/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Eine Studie des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen von 2018 belegt: Elternzeit-Väter machen später auch mehr im Haushalt.
© dpa, Monika Skolimowska, skm dna kde

Die meisten Väter hatten 2020 jedoch nur eine kurze Auszeit vom Beruf: Knapp drei von vier Vätern (72 %) planten 2020 mit der minimalen Elterngeldbezugsdauer von 2 Monaten. Dagegen beantragten 62 Prozent der Mütter das Elterngeld für zehn bis zwölf Monate. Männer planten im Durchschnitt bezahlte Elternzeit für 3,7 Monaten, Frauen für 14,5 Monate. Die wenigsten Väter entschieden sich 2020 dafür, das Elterngeld länger als ein Jahr für eine berufliche Pause zu nutzen. Allerdings hat sich ihr Anteil seit 2015 verdoppelt.

Bremer und saarländische Väter beantragten am wenigsten Elterngeld, in Sachsen gab es im bundesweiten Vergleich 2020 am meisten Elternzeit-Anträge von Männern.

Karriereknick durch Elternzeit - Petition soll Diskriminierung stoppen

Nicht nur Frauen, auch Männer erleben nach der Auszeit für ihren Nachwuchs oder durch vorhandene Kinder eine Benachteiligung im Job und die Missgunst des Arbeitgebers. Plötzlich ist nach der Elternzeit die frühere Stelle nicht mehr da, stattdessen bietet der Chef einen schlechter bezahlten Job an. Oder das Kind ist schon im Bewerbungsgespräch Grund genug, der Bewerberin oder dem Bewerber den Job gar nicht erst zu geben. Immer wieder werden Eltern nach der Elternzeit benachteiligt. Das muss dringend aufhören, fordern jetzt die Zeitschriften "Brigitte", "Eltern", "Eltern Family" und die Initiative "Proparents" mit einer Petition.

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