„Die deutsche Justiz bettelt doch darum, dass man wieder Straftaten begeht!“

Ex-Intensivtäter wieder in Freiheit: Schafft er den Weg in ein normales Leben?

02. Juli 2020 - 15:58 Uhr

Acht Monate nach Entlassung: Wie geht es dem Ex-Gefangenen?

Viereinhalb Jahre lang saß Andreas Reinboth hinter Gittern, im März 2019 wurde er aus dem Gefängnis entlassen. Er behauptet: Im Knast wird man auf ein Leben in Freiheit einfach nicht vorbereitet. Acht Monate später treffen wir den Ex-Intensivtäter und ehemaligen Crystal-Abhängigen wieder. Zusammen mit seiner Mutter und seinen Brüdern lebt er in einer kleinen Plattenbauwohnung, ohne Job. Schafft es der heute 26-Jährige, in einem normalen Leben Fuß zu fassen? Die ganze Geschichte sehen Sie im Video.

Corona-Pandemie macht Andreas Reinboth zu schaffen

Wieder in Freiheit fühlt sich Andreas Reinboth vom Jobcenter alleine gelassen – und auch bei ihm führt die Corona-Pandemie gerade dazu, dass kaum etwas vorangeht. Eigentlich sollte er eine Verhaltenstherapie beginnen, die für ihn eine Voraussetzung für die Rückkehr in einen Job ist. Doch diese wurde wegen Corona kurzfristig abgesagt. Ist es als Ex-Häftling damit wirklich quasi kaum möglich, wieder einen Fuß auf den Boden zu bekommen - wie Andreas sagt?

Situation in der Familie eskaliert

Zusammen mit seiner Mutter und seinen beiden Brüdern lebt der 26-Jährige in einer 70-Quadratmeter-Wohnung in einer Plattenbausiedlung am Rande Leipzigs. Neben der Enge und den Ausgangsbeschränkungen wegen Corona hat vor allem Mutter Annett Existenzängste: Sie bekommt nur eine kleine Rente und fürchtet, die Familie bald nicht mehr ernähren zu können.

In der Familie spitzt sich die Lage mehr und mehr zu – und eskaliert schließlich völlig. Was genau passiert, sehen Sie im Video. Dort schätzt ein früherer JVA-Leiter außerdem die Lage ein: Wurde Andreas im Gefängnis nicht angemessen auf die Freiheit vorbereitet?