Wird Spanner-Opfern geholfen? Wenn Frauen heimlich gefilmt werden – das erschreckende Voyeurismus-Experiment

von Lutz-Philipp Harbaum, Alina Schmidt, Svenja Schmidt und Ulrich Vonstein

Es ist ekliger Alltag in Deutschland!
Ständig werden Frauen heimlich von Männern gefilmt. Zum Beispiel in der Sauna oder im Fitness- Studio. Wir wollten wissen: Wem fällt das auf? Wer greift ein? Und wir treffen Frauen, die diese schockierende Erfahrung tatsächlich gemacht haben.

Viele Spanner kommen ungestraft davon

Bedenklich ist nicht nur die Häufigkeit dieser Vergehen, sondern auch die Tatsache, dass viele Täter am Ende oft ungestraft davonkommen. Das liegt an Lücken im deutschen Strafgesetz und wird sich hoffentlich bald ändern.

Justizministerin Stefanie Hubig. (Archivbild)
Justizministerin Stefanie Hubig. (Archivbild)
Arne Dedert/dpa

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte unlängst angekündigt, Spanner-Fotos und -Videos aus öffentlichen Saunen und Spas unterbinden zu wollen. „Viele Formen des digitalen Voyeurismus stehen schon heute unter Strafe – zum Beispiel das heimliche Fotografieren unter den Rock oder in den Ausschnitt. Das heimliche Filmen in der öffentlichen Sauna ist nach geltendem Recht hingegen nicht strafbar“, kritisierte sie im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Politik will endlich etwas ändern

Das sei eine „Schutzlücke“, so die Politikerin. Sie stellte klar: „Voyeuristische Nacktaufnahmen von anderen sind inakzeptabel, auch dann, wenn sie an öffentlichen Orten entstehen, in der Sauna, am Badesee oder im Spa.“

Lese-Tipp: Video-Spannern in Sauna und Spa drohen künftig Strafen

Die Ministerin hatte deswegen „zeitgemäße strafrechtliche Regeln gegen digitalen Voyeurismus“ angekündigt. „Keine Frau muss sich gefallen lassen, dass sie zum Objekt von Spanner-Fotos gemacht wird, nur weil das Smartphone mit Kamera immer griffbereit ist. Unser Staat hat hier eine Schutzverantwortung.”

Streaming Tipp
RTL Aktuell
Jetzt auf RTL+ streamen

Frauenministerin Karin Prien (CDU) signalisierte hat ihrer Kabinettskollegin Unterstützung für den Vorstoß. Dies sei „ein wichtiges Signal für den Schutz der Privatsphäre und insbesondere von Frauen”, so Prien.

Verwendete Quelle: dpa ; AFP; eigene RTL-Recherche