Chlamydien in Deutschland trauriger Spitzenreiter

Jeder vierte Mensch leidet an Geschlechtskrankheit

Durch geschützten Sex lässt sich die Infektion mit fast allen sexuell übertragbaren Krankheiten vermeiden.
Durch geschützten Sex lässt sich die Infektion mit fast allen sexuell übertragbaren Krankheiten vermeiden.
© picture alliance / ZB, Peter Endig

07. Juni 2019 - 12:10 Uhr

Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm

Syphilis, Chlamydien, Gonokokken (Tripper) und Trichomonaden – das sind die vier am weitest verbreiteten Geschlechtskrankheiten auf der Welt. Auch in Deutschland ist die Zahl der Infektionen gestiegen. Wir erklären, welche Folgen der Anstieg hat und wie Sie sich schützen können.

Erschreckende Zahlen

Nach einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stecken sich täglich mehr als eine Million Menschen weltweit mit einer Geschlechtskrankheit an. Damit ist die Ansteckungsrate seit 2012 um ganze fünf Prozent gestiegen. Das HI-Virus wurde in dieser Erhebung nicht berücksichtigt.

In Deutschland, genau wie in ganz Europa, sind Chlamydien am weitesten verbreitet. 3,2 Prozent der Frauen und 2,2 Prozent der Männer tragen den Erreger in sich.

Das sind die vier häufigsten Geschlechtskrankheiten:

  • Chlamydien

Bei einer Infektion mit Chlamydien leiden die Betroffenen unter Schleimhautreizungen im Genital- und Augenbereich. Es handelt sich um Bakterien, die sich im Körper weiter verbreiten. Fast immer werden Chlamydien durch ungeschützten Sex übertragen. Frauen können durch einen unbehandelten Befall unfruchtbar werden oder Fehlgeburten erleiden.

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  • Syphilis

Die Infektionen mit Syphilis haben stark zugenommen. Infizierte leiden an Geschwüren, Pusteln und eitrigen Bläschen – wenn die Symptome nicht behandelt werden, kann Syphilis zu Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, sowie Schäden an Nerven, Knochen, Gehirn und Rückenmark führen.

  • Gonokokken (Tripper)

Die Tripper-Bakterien werden in den allermeisten Fällen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen und wirken sich dann auf die Schleimhäute aus. Sie befallen die Harnwege, Geschlechtsorgane und in manchen Fällen auch die Augenbindehaut, den Rachen oder den Enddarm.

  • Trichomonaden

Die einzelligen Trichomonaden-Parasiten sorgen bei Männern für zu gelegentlichen Harnwegsentzündungen, bei Frauen ist der Krankheitsverlauf unangenehmer. Es beginnt mit Juckreiz und endet in gelblich-eitrigem Scheidenausfluss. Trichomonaden können zu zeitweiliger Unfruchtbarkeit führen.

So schützen Sie sich

Regelmäßige Gesundheits-Checks und geschützter Sex können Geschlechtskrankheiten verhindern. Insbesondere weil sich viele Betroffene laut WHO mehrfach pro Jahr anstecken und somit auch andere immer wieder neu gefährden.

Die WHO appelliert aber auch an Regierungen, bezahlbare Medikamente und Aufklärung zur Vorbeugung besser zugänglich zu machen.

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