Gehört weltweit zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten

Gesundheitslexikon: Trichomonaden (Trichomonaden-Infektion, Trichomoniasis)

Bei Trichomonaden handelt es sich um eine Infektion. Sie wird durch einzellige Parasiten ausgelöst.
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24. Februar 2020 - 13:44 Uhr

Trichomonaden - eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten

Trichomonaden sind birnenförmige, begeißelte Einzeller und Verursacher der Trichomoniasis. Sie sind einzellige Parasiten, die zu den Protozoen gehören. Sie pflegen eine parasitäre Lebensweise und werden durch Schleimhautkontakt übertragen. Trichomonas vaginalis löst die Trichomonaden-Infektion aus, die auch als Trichomoniasis bezeichnet wird. Trichomonas vaginalis erfreut sich in der Mikrobiologie einer gewissen Beliebtheit und wurde deswegen zum Einzeller des Jahres 2016 gekürt.

Ursachen für eine Trichomonaden-Infektion

Die Trichomoniasis ist eine Geschlechtskrankheit, die von Trichomonas vaginalis ausgelöst wird. Der Erreger ist nur in den Schleimhäuten seines Wirtes überlebensfähig. Die Infektion findet meist beim Geschlechtsverkehr statt. Bei Männern verläuft die Infektion häufig unbemerkt. Der Erreger siedelt sich unter der Vorhaut, in der Harnröhre und in der Prostata an und kann überleben, ohne Komplikationen beim Wirt auszulösen. Bei freizügigem Lebensstil mit mehreren Geschlechtspartnern können infizierte Männer ungewollt Infektionsketten auslösen. Bei Frauen löst die Infektion eine Reihe von unangenehmen Symptomen aus.

Symptome bei Männern und Frauen unterschiedlich

Während bei Männern nur gelegentlich Harnwegsentzündungen entstehen, kommt es bei Frauen zu sehr unangenehmen Krankheitsverläufen. Die Infektion beginnt mit starkem Juckreiz in der Scheide, es folgt ein gelblich-eitriger Scheidenausfluss. Eine Infektion der Harnröhre ist die häufigste Form der Trichomoniasis. Seltener werden auch Infektionen der Harnblase und der Gebärmutter beobachtet. Eine Trichomoniasis kann für Frauen schwere Folgen haben. Zeitweilige Unfruchtbarkeit und erhöhtes Aids-Risiko sind die bekanntesten Folgeschäden. Das erhöhte Aids-Risiko wird durch die Narbenbildung der Trichomonaden auf der vaginalen Schleimhaut ausgelöst.

Zur Diagnose einer Trichomonaden-Infektion ist eine Labor- und Körperuntersuchung notwendi

Für eine kompetente Diagnostik empfehlen sich Fachärzte wie Venerologen, Gynäkologen und Urologen. Die Trichomonaden-Infektion lässt sich durch einen Abstrich nachweisen. Dieser kann von der Schleimhaut der Vagina oder der Harnröhre genommen werden. Mittels mikroskopischer Untersuchung können bei einer akuten Trichomoniasis die Einzeller einwandfrei nachgewiesen werden. Bei persistierenden Trichomonaden-Infektionen muss der Erreger unter Umständen angezüchtet werden. Die Diagnose muss hierdurch genauso wie die schnelle Therapie für ein paar Tage verzögert werden.

Behandlung/Therapie bei einer Trichomoniasis

Zur Behandlung der Trichomoniasis werden Antibiotika aus der Gruppe der Nitroimidazol-Derivate verabreicht. Die Antibiotika können oral als Tablette oder auch vaginal als Zäpfchen verwendet werden. Bei besonders schweren Infektionen können Notroimidazol-Derivate auch intravenös injiziert werden. Eine hoch dosierte orale Gabe eines Nitroimidazol-Derivats wie Metronidazol ist häufig schon ausreichend, um die Infektion zu stoppen. Während der Behandlung sollten auch Sexualpartner ohne akute Beschwerden mitbehandelt werden, um eine erneute Infektion, also einen Ping-Pong-Effekt, sicher auszuschließen. Der Geschlechtsverkehr sollte während der Therapie einer Trichomoniasis unbedingt eingestellt werden.

Vorbeugend wirken herkömmliche Vorsichtsmaßnahmen beim Geschlechtsverkehr

Durch die Verwendung von Kondomen kann eine Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Da Trichomonaden außerhalb des natürlichen Habitats nicht überleben können, ist es äußerst unwahrscheinlich, eine Trichomoniasis durch Schmierinfektionen zum Beispiel auf öffentlichen Toiletten zu bekommen. Eine prophylaktische Untersuchung durch den zuständigen Facharzt kann das Risiko einer Trichomonadenübertragung ebenfalls erheblich vermindern. Durch ausführliche Absprachen der Sexualpartner und dementsprechend vernünftiges gemeinsames Handeln und Aufsuchen des Facharztes können Geschlechtskrankheiten ebenfalls schnell diagnostiziert und therapiert werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.