Karl Lauterbach mahnt

Weniger Rechte für Ungeimpfte? - "Das führt zu einer Zweiklassenmedizin!"

14. Juli 2021 - 7:05 Uhr

Griechenland und Frankreich beschließen Impfpflicht im Gesundheitswesen

Frankreich und Griechenland führen eine Impfpflicht für Angestellte im Gesundheitssektor ein und wollen so die Pandemie weiter bekämpfen. Eine Impfpflicht in Deutschland lehnt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im Corona Talk mit RTL-Reporterin Nele Balgo klar ab.

"Bei uns sind die allermeisten Menschen im Gesundheitswesen schon geimpft und zum zweiten wäre es auch falsch, weil wir versprochen haben, dass wir keine Impfpflicht einführen", erklärt er.

Warum nicht nur Berufsgruppen gleich behandelt werden sollen, sondern auch nicht zwischen Geimpften und Ungeimpften entschieden werden darf, sehen Sie im Video. Karl Lauterbach schätzt auch ein, wovon abhängt, wie lange wir noch Masken tragen müssen.

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Weniger Rechte für Ungeimpfte?

Griechenland geht aber sogar noch einen Schritt weiter und schließt Ungeimpfte von der Innengastronomie aus. Wer keinen Impfnachweis hat, darf zukünftig also nicht mehr in den geschlossenen Räumen von Restaurants sitzen, sondern muss unter freiem Himmel Platz nehmen. "Das führt zu einer Zweiklassenmedizin", verurteilt Karl Lauterbach die Entscheidung.

Zu den Ungeimpften gehören nämlich nicht nur Impfverweigerer, sondern auch die, die sich nicht impfen lassen können oder bei denen die Impfung nicht richtig wirkt. Mit Verboten für Impfverweigerer komme man daher nicht weit. "Es ist natürlich wahr, dass die Impfverweigerer dazu beitragen, dass die Öffnungen, die wir benötigen, nicht ganz so schnell kommen können. Das ist ganz klar, weil wir schaffen die Herdenimmunität nicht so schnell", erläutert Lauterbach. Deshalb müsse man noch einmal gezielt aufklären.

Eine geringere Impfquote bedeute aber auch, dass auch Geimpfte länger mit der Maskenpflicht leben müssen. Gebe es in Deutschland im Herbst beispielsweise noch 25 Prozent Ungeimpfte, müssten alle in vielen Bereichen noch weiter eine Maske tragen, so Lauterbach.

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