Erneut dreht sich alles um das Virus

"Wellenbrecher" ist das "Wort des Jahres" 2021

03. Dezember 2021 - 20:26 Uhr

Begriff zum Schutz der Bevölkerung

Das Wort des Jahres 2021 ist "Wellenbrecher". Das hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden entschieden. Der aus dem Küstenschutz und Schiffbau bekannte Begriff werde für Maßnahmen benutzt, die zum Schutz der Bevölkerung in der Corona-Pandemie angewendet werden, erklärte die Gesellschaft für deutsche Sprache ihre Entscheidung.

Jedes Jahr werden Begriffe gekürt, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben nach Ansicht der Jury sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben.

Nachfolger von "Corona-Pandemie" aus dem Jahr 2020

Mit "Wellenbrecher" sei auch eine positive Perspektive und eine kleine Ermutigung verbunden, in Zukunft Corona-Wellen zu brechen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Deshalb habe sich die Jury nach intensiven Diskussionen auch gegen die Begriffe "Booster" und "Impfpflicht" als Wort des Jahres entschieden, sagt Sprachwissenschaftler Peter Schlobinski.

Zehn Begriffe umfasst die Liste der Gesellschaft für deutsche Sprache. Bei der Aktion werden regelmäßig Wörter und Wendungen ausgewählt, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. Über 2000 Vorschläge waren in diesem Jahr für die Wahl eingegangen. Dazu werden auch die Berichte in Zeitungen des gesamten Jahres ausgewertet.

Die Corona-Pandemie sei dabei das alles dominierende Thema gewesen, berichtete Schlobinski. Sieben der zehn Begriffe auf der Hitliste der Sprachwissenschaftler befassen sich mit der Pandemie. Diese Entwicklung zeigte sich bereits im vergangenen Jahr, als "Corona-Pandemie" zum "Wort des Jahres" gekürt worden war.

Worte des Jahres erinnern an die Ereignisse des Jahres

28.11.2021, Rheinland-Pfalz, Mayschoß: Festlich geschmückte Weihnachtsbäume stehen in Mayschoß vor vernagelten Fenstern an menschenleeren Straßen. Der Ort ist von der Flutkatastrophe im Juli besonders stark betroffen. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa
Nach der Flut im Ahrtal folgte eine Welle der Solidarität. Daraus wurde das Wortspiel "SolidAHRität".
© dpa, Boris Roessler, brx axs

Auf dem zweiten Platz landete "SolidAHRität". Das Wort bezieht sich auf die Hilfsaktionen im Ahrtal nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und in Nordrhein-Westfalen. Der Begriff ist eine Wortkreuzung aus Solidarität sowie dem Flussnamen Ahr und war ursprünglich der Name einer Hilfsaktion für hochwassergeschädigte Winzer. Er stehe aber kennzeichnend für die große Hilfsbereitschaft für die Menschen in der Region, erklärte der Vorsitzende.

Auf Platz drei kam der Begriff "Pflexit", der den Angaben zufolge auf den Pflegenotstand hinweist. Er ist eine Wortkreuzung nach den Vorbildern "Brexit" oder "Grexit". "Pflexit" stehe für den Pflegeausstieg, da Pflegekräfte immer öfter wegen harter Arbeitsbedingungen oder schlechter Bezahlung ihren Beruf verlassen.

VIDEO-TIPP: Sag es mit Emojis – Wie Corona unsere Sprache verändert

Auf Platz vier setzten die Sprachwissenschaftler die intensiv in der Bevölkerung diskutierte "Impfpflicht". Nach dem Machtwechsel nach der Bundestagswahl und dem neuen Regierungsbündnis von SPD, FDP und Grünen sei auch das Wort "Ampelparteien" sprunghaft in der Häufigkeit seiner Verwendung angestiegen, berichtete die Gesellschaft für deutsche Sprache.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Corona-Wörter bestimmen die Rangliste der Sprachwissenschaftler

Das Wort "Lockdown-Kinder" soll auf die Probleme von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie mit Online-Unterricht, der Beschränkung sozialer Kontakte sowie der Zunahme häuslicher Gewalt aufmerksam machen. Der "Booster", der die Corona-Auffrischungsimpfung beinhaltet, auf Platz sieben sei ein weiteres typisches Pandemiewort des Jahres 2021 genauso wie das neue Verb "freitesten" auf Platz acht.

Das Wort "Triell" als ein Duell zu dritt sei im Bundestagswahlkampf durch die von drei Spitzenkandidaten der Parteien ausgetragenen Fernsehdebatten populär geworden. Die Wortgruppe "fünf nach zwölf" auf Platz zehn stehe als ein beliebt gewordener Ausdruck für besonders dringenden Handlungsbedarf etwa in der Klimapolitik oder bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. (dpa)