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Wegen steigender Zinsen: Rollt bald eine Welle von Zwangsversteigerungen auf uns zu?

Experten fürchten finanzielle Überforderung vieler Schuldner!

Steigende Zinsen: Rollt jetzt eine Welle von Zwangsversteigerungen auf uns zu?

Zwangsversteigerung
Ein Auktionator hält einen Hammer in der Hand. Foto: Daniel Naupold/Archiv
deutsche presse agentur

Die Zeiten des billigen Geldes, wie man so schön sagt, neigen sich dem Ende zu. Die niedrigen Zinsen haben Immobilienfinanzierungen jahrelang immer günstig gemacht. Nun haben sich Kredite rasant verteuert - die Zinslast steigt wieder! Das kann vor allem für Schuldner ein Problem werden. Experten fürchten, dass die steigenden Zinsen viele finanziell überfordern.

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„Die Folge wird unwillkürlich sein, dass die Zahl der Zwangsversteigerungen steigen wird“

Wegen der steigenden Zinsen erwarten Experten, dass mehr Menschen Wohnungen oder Häuser zwangsversteigern müssen. Zinserhöhungen, die hohe Inflation und das gesunkene Verbrauchervertrauen träfen gerade die Schicht der mittleren Haushaltseinkommen, erklärte Walter Ruesch, Geschäftsführer beim Fachverlag Argetra. Es werde kaum Verhandlungsspielraum mit Banken geben, die Immobilien in den vergangenen Jahren „bis an den Anschlag finanziert haben“. „Die Folge wird unwillkürlich sein, dass die Zahl der Zwangsversteigerungen steigen wird.“

Wegen der Verfahrensdauer von ein bis zwei Jahren werde sich das jedoch erst in den Jahren 2023 und 2024 deutlich bemerkbar machen, sagte Ruesch. „Aktuell haben wir lediglich eine leichte Steigerung.“ Der Fachverlag Argetra veröffentlicht regelmäßig Berichte zu Immobilien-Zwangsversteigerungen und wertet dazu die entsprechenden Termine an allen knapp 500 Amtsgerichten hierzulande aus.

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DIW-Forscher: Sobald die Zinsbindung enden, werden die Rückzahlungen spürbar nach oben getrieben!

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Bislang war die Zahl der Zwangsversteigerungen in den letzten Jahren rückläufig - das könnte sich bald ändern!
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Zuletzt hatten schon Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vor mehr Zwangsversteigerungen gewarnt. Höhere Zinsen könnten all jene hart treffen, deren Zinsbindung in der kommenden Zeit auslaufe, sagte DIW-Forscher Markus Grabka jüngst dem „Business Insider“. „Noch zahlen viele Menschen mit Hypothek niedrige Zinsen, weil ihre Zinsbindung von oft 10 bis 15 Jahren nicht die aktuellen und kommenden Zinserhöhungen der EZB widerspiegelt“, erklärte er. Sobald die Zinsbindung jedoch endeten, würden die Rückzahlungen spürbar nach oben getrieben werden.

Die Trendwende bei der Zinsentwicklung ist schon zu spüren: Die Bauzinsen sind in den vergangenen Monaten hochgeschossen. Der effektive Zins für zehnjährige Finanzierungen stieg zuletzt im Schnitt erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder über die Marke von 3 Prozent, wie die Frankfurter FMH-Finanzberatung berichtete. Wegen der hohen Inflation steigt das Zinsniveau an den Kapitalmärkten. Notenbanken stehen unter Druck, die Leitzinsen anzuheben.

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Bislang war die Zahl der Zwangsversteigerungen in den letzten Jahren rückläufig - das könnte sich bald ändern!

Die Zahl der Zwangsversteigerungen in Deutschland war in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Als Gründe galten die lange Zeit gute Konjunktur und die Niedrigzinsen, die die Last von Krediten für Schuldner niedrig hielten und die Immobiliennachfrage antrieben. Im vergangenen Jahr waren laut Recherchen von Argetra im Bundesschnitt 32 von 100.000 Haushalten von Zwangsversteigerungen betroffen. Den Bericht für das erste Halbjahr will der Verlag im Juli vorlegen. (dpa/lwe)

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