"Nationaler Skandal, dass Eltern wählen müssen, ob sie ihre Heime heizen oder ihre Kinder ernähren“

Wegen der Energie-Krise: Jeder Vierte in Großbritannien will die Heizung nicht einschalten

ILLUSTRATION - Eine Frau wärmt sich am 20.10.2014 in Hannover (Niedersachsen), in eine Decke gehüllt, an einer Tasse Tee. Foto: Ole Spata/dpa (zu dpa: "Die Heizung macht wärmer, ärmer - und sorgt manchmal für Streit" vom 21.10.2014) +++(c) dpa - Bild
Teetasse
dpa, Ole Spata

Die Energie-Krise trifft nicht nur Deutschland mit voller Härte: Wegen der enorm steigenden Preise für Strom und Gas will in Großbritannien fast jeder Vierte (23 Prozent) einer Umfrage zufolge im Winter die Heizung nie einschalten. Im Königreich wird also gefroren, um Kosten zu sparen.

Die meisten Briten wollen seltener heizen

Bei Menschen mit minderjährigen Kindern ist die Anzahl mit 27 Prozent sogar noch höher, wie die am Montag veröffentlichte Untersuchung des Marktforschungsinstituts Savanta ComRes im Auftrag der oppositionellen Liberaldemokraten ergab.

Die meisten Menschen - rund 70 Prozent - wollen ihre Heizung demnach seltener aufdrehen.

Etwa jeder Zehnte (11 Prozent) erwägt, einen Kredit aufzunehmen. Auch hier ist der Anteil bei Menschen mit jüngeren Kindern größer (17 Prozent).

Die Umfrage unter mehr als 2.000 Erwachsenen wurde durchgeführt, bevor die Aufsichtsbehörde Ofgem am Freitag den Deckel für Energiepreise im Grundtarif um 80 Prozent erhöht hatte. Analysten rechnen deshalb damit, dass die Werte nun noch deutlicher ausfallen dürften.

Und wie halten Sie es mit den Heizkosten? Stimmen Sie hier ab!

Die Ergebnisse der Umfrage sind nicht repräsentativ.

Liberaldemokratische Partei warnt vor „herzzerreißende Entscheidungen“

Die liberaldemokratische Partei warnte, dass Familien gezwungen würden, „herzzerreißende Entscheidungen“ zu treffen. Das Land stehe „am Rande der schlimmsten Lebenshaltungskostenkrise seit einem Jahrhundert“. „Es ist ein nationaler Skandal, dass Eltern wählen müssen, ob sie ihre Heime heizen oder ihre Kinder ernähren“, sagte die Parteiexpertin Christine Jardine. Die Liberaldemokraten fordern ebenso wie die größte Oppositionspartei Labour, die konservative Regierung müsse den Preisanstieg einfrieren.

Der scheidende Premierminister Boris Johnson hatte am Sonntag angekündigt, dass die neue Regierung, die voraussichtlich am 6. September ins Amt kommt, weitreichende zusätzliche Hilfen für Verbraucher einführen werde. Details nannte er aber nicht. Die bisherigen Regierungsmaßnahmen reichen Experten zufolge bei weitem nicht aus.

Tipps vom Experten: So viel Geld sollten Sie für Gas & Strom sparen

Verbraucher-Experte Udo Sieverding rät, schon jetzt Geld für die gestiegenen Energiekosten zurückzulegen – das bittere Ende kommt nämlich noch, viele Verbraucher und Verbraucherinnen haben noch keine Vorstellung davon, was bei der Abrechnung auf sie zukommt. Wie viel man jetzt am besten zurücklegen sollte, das erklärt er im Video.

So viel Geld sollten Sie für Gas & Strom sparen Verbraucher-Experte Sieverding zu Energiekosten
05:17 min
Verbraucher-Experte Sieverding zu Energiekosten
So viel Geld sollten Sie für Gas & Strom sparen

30 weitere Videos

Politik & Wirtschaftsnews, Service und Interviews finden Sie hier in der Videoplaylist

Playlist: 30 Videos

Spannende Dokus und mehr

Sie lieben spannende Dokumentationen und Hintergrund-Reportagen? Dann sind Sie bei RTL+ genau richtig: Sehen Sie die Geschichte von Alexej Nawalny vom Giftanschlag bis zur Verhaftung in „Nawalny“.

Außerdem zur aktuellen politischen Lage: „Krieg in der Ukraine – So hilft Deutschland“ und „Klima-Rekorde – Ist Deutschland noch zu retten?“

Spannende Dokus auch aus der Wirtschaft: Jede sechste Online-Bestellung wird wieder zurückgeschickt – „Retouren-Wahnsinn – Die dunkle Seite des Online-Handels“ schaut hinter die Kulissen des Shopping-Booms im Internet.