Warnschilder werden meist ignoriert

Wasserfall-Pool am Königssee: Dieser Instagram-Hotspot ist lebensgefährlich

5. September 2019 - 18:34 Uhr

Der Hype um den Instagram-Hotspot

Der Königsbach-Wasserfall im bayerischen Nationalpark Berchtesgarden zieht an Spitzentagen über hundert Foto-Touristen an. Das Besondere sind die kleinen ausgespülten Becken - die sogenannten Gumpen - rund um den Königsbach-Wasserfall am Königssee. Eine perfekte Foto-Kulisse für viele Influencer und Co. Doch welches Risiko sie dabei eingehen, sind sich die meisten gar nicht bewusst. RTL-Reporterin Caroline Gall hat sich selbst ein Bild vom gehypten Insta-Hotspot gemacht und dort sogar Mädels getroffen, die im Video erzählen, warum sie ihr Leben für das perfekte Foto aufs Spiel setzen.

Nationalpark warnt mit Schildern vor möglichen Gefahren

Vergangene Woche hat der Nationalpark Schilder aufgestellt, um die vielen Besucher auf die möglichen Gefahren hinzuweisen. Im RTL-Interview erklärt Ranger Lorenz Köppl: "Wir sind hier schon im Absturzgelände. Es täuscht ein bisschen, weil wir im Wald sind, aber unter uns bricht eine Felswand senkrecht ab. Und dann hinten eben am Wasserfall selber ist die Gefahr des Ertrinkens."

Erst im April kam es in einem Felsbecken beim Königsbach-Wasserfall zu einem tragischen Unglück. Ein junger Mann kam aus eigener Kraft nicht mehr aus dem Wasser heraus. Sein Freund versuchte, ihm zu helfen. Dabei kamen die beiden 21-Jährigen ums Leben. Offenbar hatten die beiden Männer aus Bautzen die starke Strömung durch das viele Schmelzwasser unterschätzt.

Durch soziale Medien zum Mega-Hotspot

In den letzten drei bis vier Jahren hat der Hype um den Ort extrem zugenommen, erzählt uns der Ranger. "Vorher war der Pfad kaum erkannbar, der war zugewachsen. In der letzten Zeit ist eben durch die Verbreitung in den sozialen Medien der Platz da hinten einfach bekannt geworden. Er ist einzigartig in seiner Schönheit und jeder will dahin und dieses Foto machen.", beschreibt Köppl.

Die Schilder nehmen die Besucher kaum wahr. Der Nationalpark könnte den gefährlichen Bereich sperren, doch ohne eine konsequente Überwachung mache dieses Verbot laut Köppl keinen Sinn. Hauptsache ein tolles Foto - der Rest ist egal? Dabei sind nur die Wenigsten in der Lage, sich über Stock und Stein bewegen zu können. Ständig passieren in dem Gelände Unfälle: Menschen brechen sich die Knöchel oder reißen sich die Bänder. Jede Woche fliegt mehrfach ein Hubschrauber dorthin, um die Verletzten herauszuholen. Ob es das wert ist?