RTL-Recherche: Das sagen die Bundesländer!

April, Mai oder "schnellstmöglich" - Wann kommt das 49-Euro-Ticket?

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Wann kommt es denn nun - das 49-Euro-Ticket? RTL hat bei den einzelnen Bundesländern nachgefragt.
www.imago-images.de, IMAGO/Christian Ohde

von Kathrin Hetzel und Philip Scupin

Eigentlich sollte es Anfang des Jahres kommen, dann im April, dann schien der 1.Mai fix zu sein. Aber auch das steht noch nicht wirklich fest. Der Termin zur Einführung des lang erwarteten und von vielen Bürgern ersehnten 49-Euro-Tickets steht weiterhin auf der Kippe. Denn viele Fragen sind noch offen. RTL hat bei den einzelnen Bundesländern nachgefragt: Wann kommt das Ticket und woran hakt es eigentlich?

Kein Bundesland legt sich auf Starttermin fest

Zentrales Ergebnis: Keines der 16 Bundesländer kann derzeit ein festes Startdatum für das 49-Euro-Ticket zusagen. Die meisten Länder verweisen darauf, dass das Ticket „schnellstmöglich“ eingeführt werden soll – eine sichere Garantie aber mag keines abgeben.

12 Länder nennen als geplanten oder angestrebten Startpunkt den 1.Mai. Ein früherer Zeitpunkt wird nicht genannt. Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Hamburg verzichten auf konkrete Daten. Die Hansestadt betont allerdings, dass die Vorbereitungen zum Start vorlägen.

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Bundesländer-Übersicht: Wann kommt das Ticket?

Das sagen die einzelnen Verkehrsministerien der 16 Bundesländer dazu, wann sie nach aktuellem Stand mit dem deutschlandweiten Start des Tickets rechnen:

  • Baden Württemberg: derzeit zum 1.5. geplant
  • Bayern: schnellstmöglich, spätestens zum 1.5.
  • Berlin: geht vom 1.5. aus
  • Brandenburg: Start steht noch nicht konkret fest
  • Bremen: voraussichtlich zum 1.5.
  • Hamburg: geht davon aus, dass es schnellstmöglich kommt
  • Hessen: spätestens zum 1.5.
  • Mecklenburg-Vorpommern: derzeit zum 1.5. geplant
  • Niedersachsen: nach derzeitigem Stand zum 1.5.
  • Nordrhein-Westfalen: strebt eine schnellstmögliche Einführung an
  • Rheinland-Pfalz: zum 1.5. geplant
  • Saarland: gehen von 1.5. aus
  • Sachsen: in der ersten Jahreshälfte, „idealerweise“ zum 1.5.
  • Sachsen-Anhalt: Ziel ist die schnellstmögliche Einführung
  • Schleswig-Holstein: keine konkrete Aussage möglich, 1.5. steht in Rede

Warum dauert das so lange?

Die meisten Landesregierungen machen den Bund und Verkehrsminister Wissing für die Verzögerung verantwortlich. Sie monieren vor allem, dass Wissing beihilferechtliche Fragen mit der EU-Kommission bislang nicht abschließend geklärt habe.

Viele kritisieren zudem, dass der FDP-Minister darauf besteht, das Ticket nur in digitaler Form anzubieten. Rheinland-Pfalz etwa fordert, zumindest für eine Übergangsfrist von zwei Jahren auch Papiertickets auszugeben. Baden-Württemberg spricht sich für eine einjährige Übergangslösung aus. Darüber hinaus müssten Job- und Studierendentickets in das Deutschlandticket integriert werden. „Es kann nicht sein, dass sich wegen dieser Fragen eine zeitnahe Einführung des 49-Tickets, die auch dem Bundesverkehrsminister bisher sehr wichtig war, verzögert“, so Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).

Die Länder verweisen zudem darauf, dass es eine gewisse Zeit brauche, für die deutschlandweit gültige Fahrkarte Ticketstrukturen zu überarbeiten und finanzielle Fragen zu klären.

Reicht das Geld für das 49-Euro-Ticket?

Kritik gibt es aus den Bundesländern nach wie vor an der Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs und des 49-Euro-Tickets durch den Bund. Sie loben zwar durchweg, dass die Bundesregierung ihre Zusage für das laufende Jahr erhöht und sich für den Fall eines Engpasses dazu verpflichtet hat, Geld nachzuschießen. Für 2024 und die kommenden Jahre allerdings sei die Finanzierung unzureichend.

Thüringens Verkehrsministerium droht auf RTL/ntv-Anfrage gar mit einer Erhöhung des Ticketpreises ab dem kommenden Jahr, falls Bund und Länder 2024 nicht mehr als die zugesagten maximal drei Milliarden Euro zuschießen sollte. „Wenn es dabei bleiben sollte, wird das Ticket gegebenenfalls schon wenige Monate nach seiner Einführung im Preis steigen müssen, um die Kosten zu decken.“

Auch Nordrhein-Westfalen fordert eine Erhöhung der sogenannten Regionalisierungsmittel durch den Bund: „Mit dem bisher zugesagten Geld werden die Länder das Verkehrsangebot kaum halten, geschweige denn ausbauen können.“

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