Ihre Mutter hatte Camille als Fünfjährige verschleppt

Entführtes Mädchen (16) aus Frankreich nach elf Jahren in der Schweiz entdeckt

Das entführte Mädchen, das Camille heißen soll, auf einem Privatfoto 2011
Das entführte Mädchen, das Camille heißen soll, auf einem Privatfoto 2011

Elf Jahre nach ihrer Entführung ist eine 16-jährige Französin in der Schweiz wieder aufgetaucht. Sie war von ihrer Mutter entführt worden, mit der sie im Februar in der Schweiz bei einer Verkehrskontrolle entdeckt wurde. Das berichtet die Zeitung "Blick". Demnach wurden die beiden in der Nähe von Morges im Kanton Waadt aufgegriffen. Der Vater des Mädchens, der jahrelang nach seiner Tochter gesucht hatte, befürchtet, dass das Leben seines Kindes zerstört wurde.

Polizei findet Mutter und Tochter bei Verkehrskontrolle in der Schweiz

Les pompiers de la ville de Lausanne evacuent un but de football a cote de policiers et de jeunes du quartier des Boveresses lors de la crise du Coronavirus (Covid-19) le vendredi 22 mai 2020 a Lausanne. Pres de 1000 jeunes ont brave l'interdiction d
Mutter und Tochter wurden von der Schweizer Polizei bei einer Verkehrskontrolle entdeckt (Symbolfoto)
JCB, picture alliance/KEYSTONE, JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Seit die damals Fünfjährige im Jahr 2011 verschleppt wurde, suchte Interpol nach dem Kind und der Mutter. Die 47-Jährige sei festgenommen worden, sitze in Untersuchungshaft und werde vermutlich nach Frankreich ausgeliefert, so die Zeitung weiter.

Die 16-jährige Tochter sei den Schweizer Behörden anvertraut und in einem Jugendheim des Kantons untergebracht worden. Ob und wie lange sie dort bleibt, werde am Freitag bei Anhörung vor einem Friedensrichter entschieden.

Schlüpften Mutter mit entführter Tochter bei evangelikaler Sekte unter?

Dem Bericht zufolge fand die Entführung 2011 in Toulon in Frankreich statt. Die Eltern des Kindes lebten in Scheidung, stritten um die Tochter, die laut der französischen Zeitung „Le Matin“ Camille heißt. Die Mutter habe das alleinige Sorgerecht beansprucht und sei eines Tages mit dem Kind untergetaucht. Mehrfach sei sie in Abwesenheit von der französischen Justiz zu insgesamt sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Französischen Medien zufolge war die Mutter eine Berufssoldatin, die Kontakt zu einer evangelikalen Sekte hatte, so der "Blick" weiter. Diese fundamentalistische Religionsgemeinschaft habe einen Ableger im Kanton Waadt gehabt. Dort hätten Mutter und Tochter "Unterschlupf gefunden". (uvo)