Internet in heller Aufregung wegen dieses Videos

Radfahrer kracht mit Karacho in Auto - aber wer hat Schuld? Ein Jurist klärt auf!

Radfahrer kracht mit Karacho in Auto - aber wer hat Schuld? Jurist klärt auf!
00:34 min
Jurist klärt auf!
Radfahrer kracht mit Karacho in Auto - aber wer hat Schuld?

30 weitere Videos

von Denise Kylla

Diese Aufnahmen erhitzen die Gemüter. Bei Twitter ist derzeit ein Video zu sehen, das einen Auffahrunfall zeigt. Ein Radfahrer kracht in das Heck eines Autos und zertrümmert dabei seine Scheibe. Kurz darauf entbrannte eine heiße Diskussion auf der Plattform: Wer hat Schuld? Der Autofahrer oder der Radler? Tatsächlich ist die Lage nicht so eindeutig, wie sie scheint. Jurist Arndt Kempgens klärt auf.

Radfahrer kracht in Auto: Bei Twitter wird rege diskutiert

Man könnte meinen, dass derjenige, der in ein fremdes Auto kracht, Schuld an dem Unfall hat. Ähnliche Meinungen vertreten auch die meisten Twitter-Nutzer. Besagtes Video zeigt ein Auto, das an einer Kreuzung nach rechts abbiegen möchte. Sekunden später kommt ein Radfahrer aus dem Nichts geschossen und kracht in den Wagen.

„Ich würde meine Geschwindigkeit der Situation anpassen und bremsen“, stichelt ein Nutzer gegen den Radler. Ein anderer schreibt: „Mit Anlauf durch die Heckscheibe und mit etwas Glück durch die Frontscheibe wieder herauskommen.“ Auch diese Nutzerin sieht das Recht eher auf Seiten des Autofahrers: „Warten bis das Auto abgebogen ist und dann weiter fahren. Auch als Radfahrer kann man nicht einfach rechts ohne Radweg überholen.“

Doch Vorsicht, ganz so leicht ist es in diesem Fall nicht. Eine Person, die sich bei Twitter äußerte, ist auf der richtigen Fährte: „Rechtzeitig blinken und kein Rotvergehen zu begehen – ebenso eine Option.“

Wer hat Schuld, wenn das Rad ins Auto kracht? Ein Jurist klärt auf

Sie ahnen es schon: es geht ums Blinken. Im Interview mit RTL ordnete Jurist Arndt Kempgens die Lage für uns ein: „Wer abbiegen will, muss deutlich und vor allem rechtzeitig blinken (§ 9 Abs. 1 StVO). Rechtzeitig ist es dann, wenn der nachfolgende Verkehr sich gefahrlos auf das Abbiegen einstellen kann. Wer an einer Ampel zunächst steht, muss bereits VOR dem Anfahren blinken“, so der Experte. Das sei in diesem Fall aber nicht geschehen. „Also eindeutig zu spät geblinkt, Radfahrer scheint aber auch etwas unaufmerksam und für die Situation zu fix gewesen zu sein.“

Des Rätsels Lösung: Beide haben Mist gebaut. Kempgens Fazit: „Meiner Einschätzung nach wäre eine Haftung 50 zu 50 gerechtfertigt.“ Demnach liegt die Verantwortung also nicht, wie vorerst angenommen, ausschließlich bei dem Radfahrer.