Fahrstunden mit den Eltern und Theorie nur noch online Was sich beim Führerschein bald ändern soll

„Der Führerschein ist in Deutschland einfach zu teuer.”
Das finden nicht nur viele Fahrschüler, sondern auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). Er will darum die Fahrschulausbildung reformieren und den Erwerb eines Führerscheins wieder bezahlbarer machen.
Fahrschüler sollen mit Mama und Papa übern
Was in Österreich schon möglich ist, soll es auch in Deutschland geben: die sogenannte Laienausbildung. Übungsfahrten können dann in Begleitung „einer nahestehenden Person” stattfinden, also etwa Eltern oder Großeltern. Voraussetzung: die bestandene Theorieprüfung und sechs praktische Fahrstunden. Die Begleitpersonen - es dürfen maximal zwei sein - müssen mindestens seit sieben Jahren einen Führerschein haben, das Auto muss gekennzeichnet sein. In Österreich ist es eine blaue Tafel mit weißem L.
Diese Neuerung „wollen wir nicht direkt in den Regelbetrieb überführen”, erklärte Schnieder zu der geplanten Reform. Zunächst sollen die Länder die Möglichkeit bekommen, diese Neuerung fünf Jahre lang auszuprobieren.
Theorieunterricht soll online stattfinden
Die Pflicht zum Präsenzunterricht soll abgeschafft werden. Fahrschülerinnen und Fahrschüler sollen sich das erforderliche Wissen ausschließlich online aneignen können, etwa über eine App oder eine Lernplattform. Sie können sich vorbereiten, wo immer sie wollen und sich dann - ohne Bestätigung einer Fahrschule - zur theoretischen Prüfung anmelden. Fahrschulen müssen keine Schulungsräume mehr bereithalten, auch werden detaillierte Vorschriften für Lehr- und Lernmittel abgeschafft. Das kann ihre Kosten senken.
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Die Prüfungsfragen (derzeit 1.169) sollen um knapp ein Drittel auf rund 840 reduziert werden. Das Bewertungssystem wird vereinfacht: Jede Frage erhält nur noch einen Punkt, sicherheitsrelevante Fragen dürfen aber nicht falsch beantwortet werden.

Auch an den praktischen Fahrstunden soll sich etwas ändern
Die verpflichtenden Sonderfahrten sollen von bisher zwölf auf drei reduziert werden: je eine Nacht-, Autobahn- und Überland. Wer auch einen Schaltwagen fahren will, muss statt bislang zehn nur noch sieben Fahrstunden in einem Auto mit Gangschaltung absolvieren.
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Die Fahrprüfung soll 40 Minuten dauern, die Fahrtzeit dabei 25 Minuten. Derzeit dauert eine Prüfung 55 Minuten mit einer Fahrtzeit von 30 Minuten. Zweck der Verkürzung auch: mehr Prüfungen pro Tag und damit verkürzte Wartezeiten auf die Prüfung.

Zudem sollen die Regeln für die Qualifikation der Prüfer in Theorie und Praxis verändert werden: Die theoretische Prüfung soll künftig nicht mehr nur von einem amtlich anerkannten Sachverständigen überwacht werden müssen. Um als Fahrerlaubnisprüfer anerkannt zu werden, soll zudem künftig kein Ingenieursstudium mehr nötig sein.
Mehr Transparenz bei Preisen und bestandenen Fahrprüfungen
Bisher müssen die Fahrschulen ihre Preise nur vor Ort aushängen. Stattdessen sollen sie die Preise Schnieders Reform-Eckpunkten zufolge nun an eine zentrale Datenbank melden. Von dort können Vergleichsportale sie abrufen und aufbereiten, sodass Verbraucherinnen und Verbraucher die Preise vergleichen können. Ähnliches soll für die Bestehensquoten gelten: Die Technischen Prüfstellen sollen Angaben zum Erfolg der praktischen Prüfungen melden müssen.
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Die Vorschläge des Ministers sollen nun zur Grundlage für die Beratungen der Verkehrsministerkonferenz im März werden. Danach soll Schnieder zufolge ein Gesetzesverfahren zügig auf den Weg gebracht werden. (jgr, mit AFP)
Verwendete Quellen: AFP
































