Alkohol und DrahteselBetrunken auf dem Fahrrad? RTL WEST Reporterin macht den Test

von Emily Massenberg

Ein paar Gläser Bier, etwas Wein, vielleicht noch ein Schnaps – und dann nach Hause. Während sich kaum jemand betrunken noch ans Steuer setzt, steigen viele trotzdem aufs Fahrrad. Doch Experten diskutieren beim Verkehrsgerichtstag in Goslar, ob der bisherige Promillegrenzwert für Radfahrende noch zeitgemäß ist.

Schwankend auf zwei Rädern

Bisher gilt: Erst ab 1,6 Promille machen sich Radfahrer strafbar. Aber genau das könnte sich ändern. Über Änderungen wird aktuell beim Verkehrsgerichtstag in Goslar beraten. Denn immer mehr alkoholisierte Radfahrer sind in Unfälle verwickelt. „Wir haben deutlich mehr alkoholisierte Radfahrende, die in Unfälle geraten – auch weil häufiger alkoholisiert gefahren wird“, sagt Kirstin Zeidler vom Gesamtverband der Versicherer.

Der Praxistest: Wie viel geht noch?

Doch wie gut funktioniert Radfahren mit Alkohol? RTL WEST hat es getestet – mit sogenannten Promille-Brillen. Diese simulieren den Zustand von Trunkenheit, verzerren das Bild, schränken das Sichtfeld ein und verfälschen Entfernungen. Der Einstieg mit der 0,8-Promille-Brille wirkt zunächst harmlos. Nach kurzer Eingewöhnung läuft es scheinbar noch ganz ordentlich. Aber ab 1,3 Promille wird es kritisch. Hindernisse werden kaum noch erkannt. Und spätestens bei der 1,5-Promille-Brille ist Schluss: Selbst im Stehen fällt es schwer, das Gleichgewicht zu halten.

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Kommt bald ein niedrigerer Grenzwert?

Auf dem 64. Verkehrsgerichtstag rückt der Grenzwert auf dem Fahrrad nun erneut in den Fokus. In Goslar läuft er noch bis Freitag. Eine der diskutierten Ideen: Schon ab 1,1 Promille ein Bußgeld zu verhängen. Das würde bedeuten, dass das Fahrrad künftig deutlich öfter stehen bleiben müsste.