Kein Parksünder ist vor ihm sicher!ER ist der neue Knöllchen-Sheriff – und ärgert die Münchner mit seinen Anzeigen

von Henrike Laing und Nina Büchs

Mit Lasergerät und Smartphone auf die Jagd!
Im Münchener Stadtteil Waldrudering ist vor IHM keiner sicher. Anders R. zieht in seiner Freizeit durch die Straßen und misst genau nach, welches Auto ordnungsgemäß geparkt hat und welches einen Strafzettel verdient. Klingt nach Pedanterie, für den Familienvater geht es dabei aber um viel mehr, wie ihr im Video seht.

Geraten die Kinder in Gefahr?

Noch vor seinem eigentlichen Job als Ingenieur hat Andreas R. morgens richtig was zu tun. Denn: Er hat sich einer besonderen Aufgabe verschrieben. Vor der Münchener Grundschule seiner Kinder sorgt Andreas für Ordnung und Anstand – äh, Abstand. Das Parkverhalten einiger Mitmenschen gefällt dem Familienvater nämlich so gar nicht. Das Problem? „Dass die Gehwege eingeschränkt werden, eingeengt werden und die Kinder weichen dann auf die Straße aus, was zu Verletzungen führen könnte”, erklärt er.

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Auf den Millimeter genau wird gemessen!

Um dagegen etwas zu tun, knipst der Hobby-Sherriff morgens vor der Schule und auch auf seinen sonstigen Touren durch den Stadtteil Waldrudering Fotos von Autos, die keine 1,5 Meter Abstand für Fußgänger freilassen. Mit einem Lasermessgerät stellt er den genauen Abstand und somit auch die Parksünder fest. Per App schickt er diese Beweise dann direkt an die Polizei und stellt damit eine Anzeige. Mehr als 600 Mal soll er genau das schon gemacht haben.

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Eltern zeigen kein Verständniss

Bei den Eltern der Münchener Grundschule sorgt Andreas R. damit nur für Kopfschütteln. So sagt ein Vater: „Das ist ein Wahnsinn. Wir sind hier ein Viertel, wir kennen uns alle. Man hilft sich und man zeigt sich nicht gegenseitig an.“ Auch die Art und Weise seines Sheriff-Verhaltens stößt einigen übel auf: „Das Problem ist, dass der immer da steht, mit so einem selbstgefälligen Grinsen und die Menschen zurechtweist.“ Und auch das Landesamt für Datenschutz hat sich inzwischen eingeschaltet und ein Verfahren gestartet – und zwar wegen einer Beschwerde über die Beweisfotos, die Andreas R. macht und verschickt.

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Polizei hilft dem Hobbysheriff mit Tipps

Was die Polizei von ihrem tüchtigen Helfer hält, das ist nicht so ganz klar. Ein Statement haben sie zu ihrem Top-Anzeigensteller bisher nicht abgegeben. Die Effektivität von Andreas R. und auch ihrer Arbeit haben sie aber bereits optimiert. Statt Emails zu schreiben kam von den Beamten selbst ein entscheidender Tipp, wie er erzählt: „Nach wenigen Wochen hat mich die Polizei darauf hingewiesen, dass solche Emails, formlose Emails, viel bürokratischer Arbeitsaufwand sind und hat mich auf eine Plattform hingewiesen, wo man das Foto hochladen kann und dann per KI Farbe, Autotyp, Kennzeichen Tatzeit Tatort ist in den Metadaten des Bildes drin automatisch befüllt wird.“ (ela)

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche