Verhungernde Kinder im Jemen

Der stille Tod der Vergessenen

16. September 2020 - 13:57 Uhr

Schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt

Ein normaler Tag in einem Krankenhaus im Jemen: In langen Reihen liegen verhungernde Kinder. Während sich die Welt mit der Corona-Pandemie beschäftigt, spielt sich in dem Bürgerkriegsland die schlimmste humanitäre Katastrophe der Welt ab, wie CNN berichtet. Die fürchterliche Geschichte – in unserem Video.

Im Krankenhaus von Abs sterben jeden Tag Kinder

"Das ist eine Tragödie", sagt Dr. Ali Al Ashwal aus dem Krankenhaus in Abs im Westen des Landes. Eine als zehnköpfige Familie lebt zusammengequetscht in einem Raum. "Innerhalb von drei Jahren sind vier der Kinder verhungert", erklärt der Arzt.

Dr. Al Ahswal zeigt eine Liste der aufgenommenen Kinder: 17 Fälle allein an einem Tag – selbst für den Arzt ist das ein Zeugnis einer bislang ungekannten, verzweifelten Situation. Jeden Tag muss er tote Kinder eintragen.

Krieg hat den Jemen zugrunde gerichtet

Luftangriff auf Sanaa, Jemen
Seit fünf Jahren bekämpfen sich die jemenitische Regierung und die Huthi-Rebellen.
© dpa, Hani Al-Ansi, OWE hel nwi

Der Krieg hat das ohnehin bitterarme Land zugrunde gerichtet: Seit fünf Jahren bekämpfen sich die jemenitische Regierung – unterstützt vom Nachbarn Saudi-Arabien – und die Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden.

Jetzt wollen die Huthi-Rebellen die internationalen Hilfslieferungen kontrollieren. Was die internationale Gemeinschaft – allen voran die USA – zum Anlass genommen hat, die Hilfe für das zerrüttete Land erst einmal zu streichen.

Viele Kinder schaffen es nicht einmal ins Krankenhaus

Genaue Zahlen darüber, wie viele Kinder im Jemen sterben, gibt es nicht; die meisten schaffen es nicht einmal in ein Krankenhaus. Aber Dr. Ali Al Ashwal beobachtet, dass die Situation immer schlimmer wird.