Armin Kurtović ein Jahr nach dem Anschlag von Hanau

Vater über getöteten Sohn: Hamza ist "Opfer von Behördenversagen"

19. Februar 2021 - 12:37 Uhr

Armin Kurtović am Grab seines Sohnes Hamza

Genau ein Jahr ist es her, dass Tobias R. bei einem rassistischen Attentat in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen hat. Armin Kurtović hat dabei seinen Sohn Hamza verloren. Er konnte sich nicht verabschieden. Wir haben ihn am Grab seines verstorbenen Sohnes besucht. Wie er jetzt über den Vorfall denkt, verrät er Ihnen im Video.

Ein Jahr im Blindflug

"Das war ein Jahr im Blindflug, das ist vorbeigerauscht und wir haben immer noch nicht begriffen, was passiert ist." – So beschreibt Armin Kurtović das Jahr nach dem tragischen Mord an seinem Sohn Hamza. Und noch immer schweben dem Familienvater so viele Fragen im Kopf herum: Warum hatte Tobias R. überhaupt einen Waffenschein? Warum ging der Notruf nicht? Was ist alles in der Tatnacht schiefgelaufen? Und warum war der Notausgang, der seinen Sohn vielleicht hätte retten können, verschlossen?

Fragen, die bis heute, auch ein Jahr nach dem Attentat, nicht vollständig aufgeklärt sind und die es den Angehörigen unmöglich machen, wirklich loszulassen. "Wir haben uns selbst dran gemacht, aufzudecken, was da passiert ist", sagt uns Kurtović, die Behörden geben keine Antworten.

Armin Kurtović: Mein Sohn ist ein Opfer von Behördenversagen

Armin Kurtović will weitermachen, für seine Familie und seinen Sohn. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Tod seines Sohnes aufzuklären, damit in Zukunft solche Attentate nicht mehr passieren – auch für seine anderen drei Kinder. Und er will die Behörden zwingen, hinzusehen, denn sein Sohn, so sagt er, "ist nicht nur Opfer eines rassistischen Anschlags, er ist Opfer von Behördenversagen."