Spender dringend gesucht!

Vater rettete als Stammzellspender Leben, jetzt hat seine Tochter (1) Leukämie

Ein Elternteil ist immer bei Tess, wegen der Corona-Pandemie dürfen die Eltern nicht beide in der Klinik bleiben.
Ein Elternteil ist immer bei Tess, wegen der Corona-Pandemie dürfen die Eltern nicht beide in der Klinik bleiben.
© Privat

10. September 2021 - 11:08 Uhr

Erst selbst Stammzellenspender, jetzt dringend auf der Suche

Carsten Kürger rettete mit einer einfachen Stammzellenspende einer zweifachen Mutter aus St. Petersburg in Russland vor Jahren das Leben. An diese Erfahrung denkt er gerne zurück. Doch jetzt schlägt das Schicksal richtig zu, denn seine kleine Tochter Tess ist an Leukämie erkrankt und braucht dringend einen passenden Stammzellenspender.

Kleine Tess erkrankt an Leukämie

Zunächst schienen die Veränderungen an ihrer Tochter, die die jungen Eltern bemerkten, nicht besorgniserregend. "Tess hat einen dicken Bauch bekommen, war sonst aber eigentlich normal von den Proportionen", erinnert sich Carsten gegenüber der "DKMS". "Doch als sie anfing nicht mehr laufen zu wollen und viele blaue Flecken bekam, haben wir angefangen uns Sorgen zu machen."

Eine Kinderärztin erkannte die Symptome sofort und schickte die Familie in die Notaufnahme. Dort stellte sich heraus, dass die Einjährige an Leukämie erkrankt ist. "Die ersten Tage haben wir wirklich gezittert, man setzt sich dann ganz intensiv mit dieser Diagnose auseinander", sagt Carsten.

Seit einigen Tagen herrscht für die behandelnden Ärzte Gewissheit: Tess braucht einen Stammzellenspender, um gesund werden zu können. "Ich hätte nie damit gerechnet, dass diese heimtückische Krankheit uns als Familie einmal selber treffen würde", sagt der Familienvater. Dieses Mal kommt er als Spender nicht infrage.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Er selbst wurde zum Lebensretter

Carsten kennt das Gefühl, ein Lebensretter zu sein. Er bekam 2016 einen Anruf von der DKMS, dass er ein passender Spender für eine erkrankte Frau sei. "Nach der Entnahme war es ein absolutes Glücksgefühl! Man gibt einem anderen Menschen die Chance, nur durch diesen kleinen Eingriff jetzt weiterzuleben!", erinnert sich der junge Vater gegenüber der "DKMS".

Zwei Jahre nach dem kleinen Eingriff wird die Kontaktsperre zwischen Spender und Erkranktem aufgehoben und Carsten findet eine Mail von Elena aus Russland. Die zweifache Mutter konnte dank seiner Spende vollständig genesen. Noch heute stehen die beiden regelmäßig in Kontakt, sind durch die einzigartige Spende tief verbunden. Genau das wünscht sich Carsten jetzt auch für seine eigene Tochter.

Tess ist noch zu klein, um die Tragweite dieser wichtigen Suche zu verstehen. Trotz der schweren Chemotherapie bleibt das kleine Mädchen positiv. "Tess ist sehr fröhlich, sie versteht sich mit den Krankenschwestern, macht alles gut mit und gibt uns Eltern dadurch sehr viel Kraft", sagt Carsten.

Bequem bei der DKMS registrieren und Lebensretter werden

Die Typisierung bei der DKMS ist einfach. Online können bislang nicht registrierte Menschen ein kleines Typisierungs-Kit bestellen und den Abstrich dann bequem zuhause machen. Alle Schritte, die Links zur DKMS und Antworten auf die wichtigsten Fragen, finden Sie hier.

Die DKMS meldet sich dann, sollte man für eine lebensrettende Stammzellenspende infrage kommen. (lra)