Krankenhaus in Boston

Keine lebensrettende Herztransplantation - weil Patient (31) Corona-Impfung ablehnt

28. Januar 2022 - 8:29 Uhr

DJ Ferguson kämpft ums Überleben – der 31-Jährige braucht dringend ein neues Herz. Doch die zwingend notwendige Herztransplantation wird ihm in einem Bostoner Krankenhaus verwehrt. Der Grund: Der Mann ist nicht gegen das Coronavirus geimpft – und weil er sich der Impfung verweigert, erfüllt er die Regularien der Klinik für Herztransplantationen nicht. Der US-Sender "CBS Boston" berichtet über den Fall.

Vater: Impfung „gegen seine Grundprinzipien"

Vater David Ferguson
Vater David Ferguson
© CNN Newsource

Eigentlich wäre DJ der Nächste auf der Warteliste für eine Herztransplantation, doch die Regeln des Krankenhauses machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Er wird nicht länger für den Eingriff in Erwägung gezogen, weil er sich gegen die Corona-Impfung ausspricht.

David Ferguson, der Vater des Impfgegners, beteuert im Gespräch mit CBS Boston, dass sein Sohn diese Entscheidung auch in Zukunft nicht revidieren möchte. "Es ist gegen seine Grundprinzipien - er glaubt nicht daran", sagt er. "Es ist eine Richtlinie, die sie durchsetzen und weil er die Spritze nicht bekommen will, haben sie ihn von der Liste für eine Herztransplantation genommen."

Reihe von Impfungen sind notwendig bei Transplantationen

Bei einer Herztransplantation gelten strenge Vergaberegeln.
Bei einer Herztransplantation gelten strenge Vergaberegeln.
© dpa, Waltraud Grubitzsch, wg jat tba

Das "Brigham and Women's"-Krankenhaus hat eine Erklärung zu dem Fall veröffentlicht, in der es seine strenge Vergaberegelung begründet: "Wie viele andere Transplantationsprogramme in den USA ist die COVID-19-Schutzimpfung eine von mehreren Impfungen und Lebensgewohnheiten, die für Transplantationskandidaten im 'Mass General Brigham System' erforderlich sind, um sowohl die besten Chancen für eine erfolgreiche Operation als auch für das Überleben des Patienten nach der Transplantation zu schaffen."

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

"Die Organe sind knapp" - Geimpfte haben bessere Überlebenschancen

Dr. Arthur Caplan, Leiter der medizinischen Ethik an der New Yorker "Grossman School of Medicine", stimmt dem zu und erklärt, dass eine Reihe von Schutzimpfungen für diese Art von Verfahren notwendig seien. "Nach einer Transplantation, egal ob Niere oder Herz, ist Ihr Immunsystem ausgeschaltet", so Caplan. "Die Grippe könnte Sie töten, eine Erkältung könnte Sie töten, eine Corona-Infektion könnte Sie töten. Die Organe sind knapp, wir werden sie nicht an jemanden verteilen, der eine schlechte Überlebenschance hat, während andere, die geimpft sind, eine bessere Chance haben, nach der Operation zu überleben".

"Es ist sein Körper. Es ist seine Entscheidung"

Die Ablehnung der Impfung hat für den zweifachen Familienvater, der ein drittes Kind mit seiner Frau erwartet, fatale Folgen. Die Zeit rennt. Doch die Familie Ferguson gibt die Suche nach einem anderen Transplantationsprogramm nicht auf.

Obwohl die Fergusons sagen, dass DJ von den Ärzten und Krankenschwestern im "Brigham and Women's" hervorragend versorgt wurde, sind sie mit der Corona-Impfvorgabe für Herztransplantationen einfach nicht einverstanden. "Ich denke, mein Junge kämpft verdammt mutig und er hat Prinzipien, an die er wirklich glaubt und das lässt mich ihn umso mehr respektieren", so David Ferguson. Deshalb bleibt die Familie an seiner Seite und hofft auf das Beste. "Es ist sein Körper. Es ist seine Entscheidung", fügte Ferguson hinzu. (lkr)