Die Lebensmittel kamen von einer Tafel

USA: Kinder essen aus Versehen Cannabis-Bonbons und müssen ins Krankenhaus

Die Cannabis-Bonbons sehen echten Süßigkeiten zum Verwechseln ähnlich.
© Roy City Police Department

07. April 2020 - 15:19 Uhr

Kaum ein Unterschied zu normalen Süßigkeiten zu sehen

Sie waren bunt und sahen wie normale Süßigkeiten aus - doch der Inhalt hatte es in sich. Insgesamt 72 Familien haben aus Versehen Cannabis-Bonbons von einer Lebensmitteltafel im US-Bundesstaat Utah erhalten. Den kleinen Aufdruck "Außer Reichweite von Kindern aufbewahren" übersahen einige Familien wohl. Eine 11-Jährige und eine 5-Jährige mussten deswegen ins Krankenhaus.

Suche nach betroffenen Familien läuft

Die Lebensmittel waren von einer Kirche verteilt worden, die eine Partnerorganisation der Lebensmitteltafel ist: 72 Einkaufstaschen für 72 Familien, berichtet CNN. Die Polizei schätzt, dass in jeder dieser Taschen drei bis vier Packungen der Cannabis-Bonbons waren. Man sei momentan damit beschäftigt, die Familien ausfindig zu machen und zu kontaktieren.

Cannabis war hochdosiert in Bonbons

Die Packungen sehen normalen Süßigkeiten zum Verwechseln ähnlich. Allerdings deuten Aufdrucke wie "Außer Reichweite von Kindern aufbewahren" und "Nur für medizinische Zwecke" auf den Inhalt hin. Laut Packungsangaben enthält eine Süßigkeit 400 Milligramm des Cannabis-Wirkstoffs THC. Das ist extrem hoch dosiert. Im benachbarten Bundesstaat Colorado enthält eine Standard-Dosis von medizinischem Cannabis nur zehn Milligramm THC. 

Kindern geht es wieder gut

Insgesamt fünf Kinder haben die Süßigkeiten wohl gegessen. Den elf und fünf Jahre alten Mädchen geht es wieder besser - sie konnten aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Quelle der Bonbons noch unklar

Die Lebensmitteltafel reagiert schockiert. "Wir sind entsetzt, dass diese Produkte an unsere Partnerorganisationen gegangen sind. Wir sind gerade mit ganzer Kraft dabei, alle Lebensmittel zurückzuverfolgen, die wir diesen Monat erhalten haben", sagt Chefin Ginette Bott. Insgesamt handele es sich dabei um eine Menge von fast 500.000 Kilogramm.